Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 43 (1919))

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Kurze Anzeigen.

für den selbständigen Forscher nicht nur förderlich, sondern gebieterisch
notwendig erscheinen läßt. Die Vorliebe für konstruktive Probleme
ist sogar ein besonderes Kennzeichen der Endemann'schen Schaffens-
art, und der Vfr. bietet hierin ungleich mehr als z. B. Strohial
mit seinem mehr auf praktisch-kasuistische Fragen gerichteten Scharfsinn,
Und wenn man nicht sagen kann, daß die Gedankengänge des Vfrs.
immer leicht verständlich, und restlos befriedigend erscheinen, so liegt
das an der ungemeinen Schwierigkeit so vieler behandelter Probleme,
so gleich des ersten nach dem Begriff des Vermögens und d r Erbschaft.
'Für den jüngeren Juristen, insbesondere den Durchschnittsstudenten,
ist E n d e m a n n s Erbrecht, wie es heute vorliegt, freilich eine allzu
reichlich bemessene und ziemlich schwerverdauliche Kost. Aber der gtz-
reiftere Leser findet darin desto mehr fördernde und anregende Er-
örterungen; es kann in der heutigen Erbrechtsliteratur unstrittig einen
der allerersten Plätze in Anspruch nehmen. Eindrucksvoll und wichtig
sind u. a. besonders die sehr ausführlichen Untersuchungen über die
Nacherbfolge, an Wert und kasuistischer Vollständigkeit einer Mono-
graphie ziemlich ebenbürtig. Aus Einzelheiten kritisch einzugehen, wäre
gegenüber vielen Ausführungen des Buches (z. B. E n d e m a n n s
kaum überzeugender Auffassung vom „Wartrecht" der berufenen Erben,
S. 6, 16, 23, sowie des Annahme eines besonderen Rechts am Nachlasse
als Vermögensganzen, S. 62 f, 66, vgl. aber 34 zu IV) eine lockende
Aufgabe, doch fehlt dazu hier der Raum.

Geh. Justizrat Prof. Or. Jos. Köhler. Lehrbuch des Bürger-
lichen Rechts. Bd. II/2: Sachenrecht. Berlin, Carl Hey-
manns Verlag 1919. XVI u. 560 S. Preis 20 Mk.
Der neue Teil von Köhlers großem Lehrbuch zeigt wieder alle Eigen-
art und alle Vorzüge der Schaffensart des Verfassers: glänzende Dar--
stellung, universelles Wissen, geistreiche, kühne, anregende und bis-
weilen fortreißende Gedankengänge, die freilich auch nicht selten den
Widerspruch herausfordern. Ueberhaupt ist auch dieser Teil des Werkes
reichlich subjektiv und läßt das wünschenswerte Eingehen auf die An-
sichten anderer vermissen. Für den Anfänger ist ein solches Buch ge*
fährlich; dem gereifteren Leser bietet es ein unschätzbares Mittel
echtwissenschaftlicher Förderung und Vertiefung.

SchUlz-SchAffer, Das subjektive Recht im Gebiete der un-
erlaubten Handlung. Bd. I, Marburg. N. G. Elwert
1915. XVI, 248 S. Preis 7 Mk.
Zwei umschriebene Gesetzesworte auszudeuten, ist das Ziel des
Verfassers in diesem weitschichtig angelegten Werke; Was ist mit dem
RÄselworte des „sonstigen Rechts" eines Andern in 8 8231 gemeint?
Ai« tmit dehnt biefe* Begriff die Angriffsfront, die das subjektive Recht

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