Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 23 (1904))

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Langen.

des Komplementärs widmet FurrerH eine eingehende Betrachtung;
die gewonnenen Resultate scheinen nicht im Einklang mit dem äußeren
Umfange (250 Seiten!) der nicht überall leicht verständlichen Unter-
suchungen zu stehen. Nach einer kurzen historischen Einleitung (S. 1
bis 12) werden in drei Kapiteln: der Begriff der Haftung des
Kommanditisten, Voraussetzungen der Haftung und Beendigung der
Haftung behandelt. Mit den Feststellungen über die unmittelbare
selbständige Haftung des Kommanditisten, die Unwesentlichkeit der
Haftung desselben mit einem Anteil am Gesellschaftsvermögen (S. 12
bis 40), den Untersuchungen über die Rechtssätze für die Haftung des
Komplementärs, ihre Rechtsnatur sowie der prinzipiellen Gleich-
behandlung von Komplementär und Kommanditist in dieser Beziehung
(S. 40—76) wird man einverstanden sein, ohne aber eine besondere
Förderung zu erfahren.
Interessanter sind die Erörterungen über den Rechtsgrund „der
Haftung des Handelsgesellschafters schlechthin", welche zu dem Resultate
führen, daß aus den die Gesellschaft als solche betreffenden Schuld-
gründen eine beschränkte Einheitsschuld entspringt (S. 105, 107),
für welche eine doppelte Haftung besteht: 1. Einheitshaftung mit dem
Gesellschaftsvermögen, 2. Haftung des Privatvermögens des einzelnen
Gesellschafters kraft Rechtssatzes (S. 76—119). Bei den Unter-
suchungen über die besondere Haftung des Kommanditisten (S. 119
bis 136) kann der S. 124 aufgestellte Satz, der Konkursverwalter
könne die rückständigen Kommanditisteneinlagen gemäß § 171, 2 H.G.B.
nur einziehen, wenn er hierzu von den einzelnen Gläubigern aus-
drücklich ermächtigt sei, nicht gebilligt werden. Das Gesetz gibt seinem
Wortlaut nach dem Konkursverwalter das Ausübungsrecht für die
Gläubiger unbeschränkt und auch nach der Konkursordnung ist der
Verwalter in seiner Tätigkeit prinzipiell unabhängig vom Willen der
einzelnen Gläubiger.
Die weiteren Erörterungen über die Voraussetzungen, unter denen
eine Haftung der Kommanditgesellschaft und des Kommanditisten ent-
steht (S. 136—197), befassen sich namentlich mit den Tatbestands-
4) I)r. Reinhold Furrer, Die Haftung des Kommanditisten im Ver-
gleich mit der Haftung des Komplementärs auf Grundlage des französischen,
schweizerischen und deutschen Handelsrechtes. Zürich, Eduard Raschers Erben,
1903. S. 256.

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