Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 23 (1904))

218 Krückmann, Fideikommiß, Rente u. Verschuldungsgrenze.
Waldkultur auch ohne fideikommissarische Bindung möglich ist, daß
insbesondere reine Waldbauern existenzfähig sind, so lange muß Conrads
Behauptung um so bestimmter die andere entgegengesetzt werden, daß
Sandboden und private Waldkullur aus wirtschaftlichen Gründen das
Fideikommiß gradezu fordern. Conrads ganze Ausführung verrät
mit keinem Worte, daß er die große Tragweite, die der Bodenver-
schiedenheit überhaupt, und für diese Frage ganz besonders, zukommt,
erkannt hat. Folgerichtig müßte Conrad, da ein Mindestmaß von
Waldkultur nicht zu entbehren ist, den Übergang der privaten Wald-
gebiete, die heute ihren Eigentümern wesentlich durch die Fideikommit-
tierung erhalten werden, in fiskalische Hände befürworten. Also Ver-
staatlichung des Waldes.
8. Nach Conrad stehen die Fideikommisse auch im Widerspruch
zu unseren modernen Rechtsanschauungen (S. 520). Umgekehrt, das
atomisierende Erbrecht wird vielerseits als ungenügend empfunden. Als
Jurist muß ich Conrad die Wahrheit seiner Worte auf das schärfste
bestreiten. Daß in gewissen politischen Parteien Conrads Worte einen
lebhaften Widerhall finden werden, ist kein Beweis für ihre Wahrheit.
9. Seinem Wunsche, daß der Fideikommißstempel nicht ermäßigt
werden möge, schließe ich mich an.

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