Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 13 (1897))

Der Gläubigerverzug.

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bitri conprehensa non esset, modicum spatium datum videri. Hoc
idem dicendum et cum quid ea lege venierit, ut, nisi ad diem
pretium solutum fuerit, inempta res fiat.
Es ist hier die Rede von einer Konventionalstrafe beim foenus
nauticum; in der That war dies einer der Hauptfäüe, wo der römische
Verkehr eine Vertragsstrafe zu bestimmen Pflegte; ein zweiter Fall war
die poena compromissa beim Schiedsspruch.
Die poena bezog sich aber auf folgendes: wie nach griechischem
Brauch, so begleitete auch im römischen Seeverkehr ein Sklave des
Darleihers das Schiff, um die Operationen des Schiffsführers zu kou-
troliren und einem Versicherungsbeträge vorzubeugen; das war der
KeppotKoXouöoc;, den die Römer einfach von den Griechen übernahmen."?)
Der Sklave wurde während der Fahrt auf Kosten des Schiffers geazt
und verpflegt; war aber das Schiff angelangt, so strich er die Dar-
lehnssumme sammt den Seezinsen ein; " 8) verzögerte sich die Zahlung,
so war der Sklave in der Fremde und dem Herrn entzogen, und dies
war dem Darlehnsgeber zum Verlust : man pflegte sich darum eine
Strafsumme auszubedingen, die von Tag zu Tag verfiel und angeblich
ein Aequivalent bilden sollte für die Entziehung des Sklaven, "H
eine Strafsumme, die nach Papinian's Mittheilung den Betrag der
centesimae usurae nicht Übersteigen durfte, fr. 4 § 1 de naut. foen.180)
Es war also eine Ueberwachung der Schiffsoperationen, wie sie
sich auch im Consolato, hier aber in der Art vollzog, daß die ihre
Maaren begleitenden Ladungsinteressenten das Geld vorstreckten."')
"h Vergl. z. B. Pardessus, collection I p. 71 f.
U8) Heber die sehr beschränkten Befugnisse des Sklaven vergl. kr. 122 § 1
(Callimachus) de verb. oblig. Er war im Zweifel nicht berechtigt, einer
Aenderung des verabredeten Planes der Seereise zuzustimmen; doch konnte ver-
schiedenes seinem arbitrium Überlassen werden.
,49) Angebliches Aequivalent, meist wohl eine starke Strafe und ein starkes
Kompelle zu baldiger Zahlung.
15°) Ad finem centesimae non ultra duplum — also das Strafaugment
darf die Höhe des Kapitals nicht übersteigen (ein Fall, der hier ebenso wohl
Vorkommen konnte als sonst). Ganz unmöglich ist die Erklärung Jherings,
Jahrb. XU S. 14f., daß hiermit 2 x 12, also 24'% gemeint wären. Papinian
drückt sich konzis aus, aber auch präzis und nicht unklar. Richtig ist ja, daß
das Strafaugment zu den legitimae usurae hinzutritt.
’5') Pardessus, Collect. II p. 109 f. (Consolato a. 61, 62).

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