Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

Civilistische Rundschau.

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und XVII, 322) besprochenen Vorgängern, ist aber verhältnißmäßig ausführ-
licher als die Darstellung des Schuldrechts gerathen. An Umfang und wissen-
schaftlicher Bedeutung wird dieser kleinere Kommentar von seinen anspruchs-
volleren Konkurrenten übertroffen; er stellt aber eine saubere, anerkennenswerthe
nnd gerade wegen seiner knapperer: Haltung vielleicht leichter zu handhabende
Publikation dar. Die bisherige Literatur wird maßvoll verwerthet; der Ver-
fasser nimmt zu den entstandenen Fragen überall Stellung und versteht sie
selbständig zu durchdenken, s. z. B. die recht lesenswerthen Bemerkungen gegen
Dernburg über das Besitzverhältiriß bei den juristischen Personen, S. 8.
d) In noch schnellerem Tempo als der Planck'sche nähert sich der Stau-
ding er'sche Kommentar") der Vollendung; täuscht nicht alles, so wird er sie
unter allen Kommentaren nächst Scherer als erster erzielen. Die vorliegenden
Lieferungen J2—16 bringen das Recht der Schuldverhältnisse zum Abschlüsse;
sie fördern ferner den in diesem Werke noch am weitesten zurückgebliebenen All-
gemeinen Theil bis 8 64 und das Erbrecht bis 8 2101. Zwecks „rascheren
Abschlusses des Gesammtwerks" haben die Mitarbeiter v. Staudinger,
Kober und Engelmann zu den früher übernommenen Theilen auch die Aus-
arbeitung des speziellen Theiles des Schuldrechts (dessen allgemeiner Theil von
Mayring kommentirt war) übernommen; von wem die Bearbeitung herrühre,
ist bei den einzelnen Titeln vermerkt. Durch diese Arbeitsmethode ist in der
That viel Zeit gewonnen, und die Einheitlichkeit der Darstellung ist darum zwar
natürlich hier und da beeinflußt, aber kenreswegs irr störender Weise benachtheiligt
worden.
Auf Grund genauer Lektüre und Prüfurrg habe ich die Ueberzeugung ge-
wonnen, daß wir es bei dieser Darstellung des neuen Schuldrechts mit einer
nicht nur ausführlichen — sie übertrifft trotz engen Druckes sowohl Planck's
wie meinen Kommentar an Seitenzahl nicht unerheblich — sondern auch sach-
gemäßen und gediegenen Arbeit zu thun haben, die beanspruchen kann, in der
ersten Reihe unter unseren großen Kommentaren genannt zu werden. Die
Literatur ist zwar nicht in allen monographischer: Erzeugnissen berücksichtigt —
so fehlt leider bei den Verträgen zu Gunsten Dritter die grundlegende Arbeit
von Hellwig — aber die anderen Kommentare und die Lehrbücher sind überall
mit Fleiß benutzt und zur eigenen Stellungnahnre verwerthet. Die Vorarbeiten
wurden energisch, aber nicht übertrieben, zur Erklärung herangezogen. Die Dar-
stellung ist fast überall klar, die Anordnung übersichtlich, wenn sich auch durch
Verwendung des Fettdrucks hier vielleicht noch mehr hätte thun lassen. Daß
der Kommentar, wo angängig, auf die bayerischen Verhältnisse besondere Rück-
sicht nimmt, ist bei seiner Eigenart selbstverständlich (s. z. B. den Exkurs über
das bayerische Gesinderecht S. 438 ff.).
Verhältnißmäßig am ausgiebigsten, dabei besonders werthvoll, sind die
Erläuterungen Engelmann's über das Recht der unerlaubten Handlungen.

") S. die Titelangabe Bd. XV S. 430 Nr. 23. Bd. 2 zusammen IV
u. 760 S.

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