Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

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Paul Oertmanu.

üJleüt,* 5 6 7) der rüstige Vorkämpfer auf diesem Gebiete, schildert die Beschlüsse
der Haager Staatenkonferenzen, tbeilt die bei den früheren Gelegenheiten aus-
gearbeiteten weiteren Entwürfe mit, die von der nächsten Konferenz berathen
werden sollen, und knüpft daran beachtenswerthe kritische Erläuterungen, S. 39ff.,
s. auch S. 26 ff.

II. Rechtsgeschichte.
Eine hochinteressante Schrift aus dem Nachlasse des der Wissenschaft zu früh
entrissenen Fr. Hofmann hat I. Pfaff") herausgegeben. Sie versucht den
Nachweis — und zwar mit Hülfe allgemeinerer Gesichtspunkte, aber auch nicht
ohne beachtenswerthe äußere Begründung — daß die Angaben der constitutio
Tanta über die Arbeitsmethode bei Anfertigung der Digesten, die dabei benutzten
Bücher, auf leeren Flunkereien beruhen; daß es sich dabei „um dreiste und alberne
Unwahrheiten handelt", S. 23.
Mit vielem Scharfsinn wird sodann Blume's Theorie von den drei —
bezw. vier — Massen, wie mir scheint siegreich, bekämpft. Der zauberhafte
Erfolg jener Lehre erklärt sich nach Hofmann aus den Vorzügen von Blume's
Arbeit, neben der allgemeinen Gunst der Umstände. Aber während seine die
Inskriptionen betreffenden Beobachtungen viel Richtiges und Verdienstvolles ent-
halten, sind die daraus gezogenen Schlüsse hinsichtlich der Abfassung der Digesten
doch durchaus falsch, S. 73.
In Wahrheit ist der Digestenstoff weniger aus dem Urtexte der klassischen
Schriften, als vielmehr vorwiegend aus -einer glossirten und erweiterten Ulpian-
Ausgabe nebst einigen Zuthaten entnommen, S. 123. Die wenigsten Fragmente
hat man aus erster Hand gehabt; man fand sie anderswo mitgetheilt und fügte
sie dann einfach als selbständige Citate ein.
Eine eigene Stellungnahme zu diesen weittragenden Sätzen verbietet sich
hier, vgl. dazu einstweilen die Kritik von Ehrenzweig in Grünhut's Zeit-
schrift Bd. 28 S. 313 ff.
Mit schwierigen Problemen aus der Rechtsgeschichte befaßt sich eine interessante
Doppelabhandlung von Stintzing?)
Der erste Theil legt, in grundsätzlicher Uebereinstimmung mit K a r l o w a, dar,
daß die actio certae pecuniae von der condictio verschieden und aus dem nexum
hervorgegangen ist — eine meines Erachtens nichts weniger als unanfechtbare
These- Die Unterschiede beider Klagen zeigen sich vor Allem in der sponsio und
im iusiurandum, von denen jene bei der ersten, dieses bei der zweiten der beiden

b) Prof. Dr. Fr. Meili, Das internationale Privatrecht und die Staaten-
konferenzen im Haag. Zürich, Schultheis 1900. 133 u. 13 S. Pr. M. 3.
6) Die Kompilation der Digesten Justinians. Kritische Studien von Prof.
Dr. Fr. Hofmann. Nach des Verfassers Idee herausgegeben von Prof. Dr.
Ivo Pf aff. Wien, Manz 1900. VII u. 233 S. Pr. M. 6.
7) Dr. W. Stintzin g, Privatdozent. Beiträge zur römischen Rechtsgeschichte.
Jena, Fischer 1901. 130 S. Pr. M. 3.

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