Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

Mittelbarer Besitzer.

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dingung abhängig sein, so legen die Parteien doch durch die antizipirte
Vornahme des Uebertragungsaktes an den Tag, daß das entsprechende
faktische Verhältniß zur Sache schon jetzt hergestellt werden soll. Daß
dies auch die Ansicht des römischen Rechtes ist, erhellt, worauf Jhering
a. a. O. S. 884 hinweist, aus verschiedenen Momenten. So begründen
die römischen Juristen den Umstand, daß für den Empfänger der be-
dingt tradirten Sache pendente condicione die Usukapion nicht läuft,
nicht etwa — was das Nächstliegende gewesen wäre — damit, daß
ihm der Besitz fehle, sondern daß es, solange das Kausalgeschäft be-
dingt sei, an einem justus titulus mangele. Desgleichen gewähren sie
dem Tradenten nach Ausfall der Bedingung die rci vindicatio, während
ihm doch, falls er den juristischen Besitz behalten hätte, die possessorischen
Interdikte gegenüber dem sich der Zurücknahme der Sache widersetzenden
Empfänger zugestanden hätten.

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