Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

228 Paul Oertmann. Goldschmidt's Besitzlehre.
methode nicht der Hervorhebung. Konnte sich doch der verehrte Meister
gerade in den letzterwähnten Punkten nie genug thun, sodaß seine fast
übergroße Gewissenhaftigkeit sogar seine Produktion zum Schaden be-
sonders seiner Hauptwerke nicht unerheblich gehemmt hat.
Wollen wir zum Schlüsse das wesentlichste Ergebniß der Schrift,
das ich mit dem Herausgeber für durchaus zutreffend, ja erwiesen erachte,
nochmals kurz zusammenfassen, so ist es dies: Savigny's Grund-
anschauung vom Wesen des Besitzes ist in der Sache richtig, aber in
der Formulierung anfechtbar, und weiterer Vertiefung bedürftig. Es
ist Goldschmidt's großes Verdienst, an Stelle der Alles auf das
Bewußtsein des Einzelnen abstellenden älteren Lehre eine solche gesetzt
zu haben, wobei die Frage nach dem Vorhandensein der zum Besitze
gehörigen thatsächlichen Macht „sich nur nach den vom Gemein-
bewußtsein gesetzten objektiven Merkmalen bestimmt".

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer