Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

Paul Oertmann. Goldschmidt's Besitzlehre. 821
schuft verloren Gegangene theilweise zu ersetzen". So sind jetzt in
zwei stattlichen, elegant ausgestatteten Bänden eine große Anzahl werth-
voller und durchweg interessanter Schriften verschiedenartigsten Inhalts
dem Drucke übergeben worden. Sie waren bisher theilweise noch nie-
mals publizirt — so die Besitzlehre, dann die in Band I unter Nr. 2,
3 und 5 enthaltenen Gutachten, der Vortrag an das Plenum des
Reichsoberhandelsgerichts über „die Beweislast bei der Revalirungs-
klage des Trassaten" (1872; I Nr. 4) und die treffliche Rede über
Savigny (I Nr. 9.)
Der größere Theil aber war bereits früher publizirt, sei es in
der Zeitschrift für Handelsrecht, sei es an anderen Stellen. Dabei sind
aber keineswegs alle bisher bekannten Aufsätze des Verstorbenen aus-
genommen, eine in gewissem Sinne bedauernswerthe Enthaltsamkeit!
Vielmehr ist nur eine Auswahl gegeben, für die der Grundsatz maß-
gebend war, aus den verschiedenen von Goldschmidt besonders ge-
pflegten Rechtsgebieten immer die am nreisten charakteristischen Proben
seiner Grundanschauung zu geben; daneben hat der Herausgeber in
Betracht gezogen, wie weit der Inhalt der einzelnen Schriften noch
für das heute geltende Recht von Bedeutung fei. So enthalten die
Bände zusammen 24 Stücke von sehr verschiedenem Umfang; auf
den ersten Band entfallen außer der Besitzlehre noch 10, auf den
zweiten die übrigen 13 Schriften. Vorgedruckt ist außer dem Vorwort
ein sehr dankenswerthes Gesnmmtverzeichniß Goldschmidtscher Publi-
kationen, das die überraschend große Zahl von 305 Nummern aufweist.
Es ist die Pflicht jedes deutschen Juristen, wie auch insbesondere
unserer den Gold sch midt'schen Arbeitsgebieten so nahestehenden Zeit-
schrift, den: Herausgeber für das schöne Denkmal der Pietät, das er
dem großen Verstorbenen mit seiner Veröffentlichung gefetzt hat, aufs
Wärmste zu danken. Das fei hiermit in aller Form vollzogen.
Der spezielle Zweck dieser Zeilen besteht im Uebrigen nicht darin,
ein Referat über den Gefamnrtinhalt zu geben: ich möchte vielmehr
versuchen, von den Grundideen der Besitzlehre, sozusagen der piöes
de resistance der ganzen Sammlung, meinen Lesern Kunde zu geben.
Diese Arbeit (Bd. I S. 23—349) ist von dem jetzigen Landrichter
i>r. H. Göppert druckfertig gestellt und mit einem ihre Entstehungs-
geschichte schildernden Vorworte versehen worden. Göppert hat dabei
zwar im Einzelnen „mehrfache Aenderungen in dein Ausbau und der

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