Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

Eintritt eines neuen Gesellschafters. ' » 183
Endlich ist noch eine Frage zu erörtern, die ich bisher zurück-
gestellt habe. Bedarf der Vertrag, durch den ein neuer Gesellschafter
ausgenommen wird, einer Form? Nagler^) fordert in zwei Fällen
gerichtliche oder materielle Beurkundung. Einmal dann, wenn Grund-
stücke zum Gesellschaftsvermögen gehören, wegen § 313 B.G.B.;
zweitens dann, lvenn das Gesellschaftsvermögen nicht ganz unerheblich
ist, wegen 8 311. Allein durch den Aufnahnrevertrag wird ja keinerlei
Verpflichtung zur Eigenthumsübertragung begründet, wie sie bie §§ 311,
313 voraussetzen, vielmehr wird der neue Gesellschafter schon durch den
Abschluß des Aufnahmevertrags selbst Miteigenthümer. Außerdem
bildet der Antheil der bisherigen Gesellschafter am Gesellschaftsvermögen
keinen Theil ihres sonstigen Vermögens, dazu gehört nur ihr Aus-
einandersetzungsguthaben. ir) Aber selbst wenn man ihren Antheil
am Gesellschaftsvermögen als Theil ihres Privatvermögens ansehen
wollte, würde er doch keinen Bruchtheil davon bilden.
Der Aufnahmevertrag kann daher wie der Gesellschaftsvertrag
formlos abgeschlossen werden, wenn sich der neue Gesellschafter nicht
etwa verpflichtet, ein Grundstück in die Gesellschaft einzubringen.

10) a. a. O. S. 745 f.
* ") Knoke a. a. O. S. 91.

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