Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

Eintritt eines neuen Gesellschafters. 179
Gesellschaftern Zuwachsen. Damit bringt es zum Ausdrucke, daß nur
die Mitglieder der personenrechtlichen Vereinigung Subjekte des
Gesellschaftsvermögens sein können.
Wenn ein Gesellschafter in das obligatorische Verhältniß neu ein-
tritt, so tritt er damit auch ohne Weiteres in das durch den Abschluß
des Gesellschaftsvertrags begründete personenrechtliche Verhältniß ein.
Wie der Abschluß des Gesellschaftsvertrags — wenigstens nach gesetz-
licher Regel — unmittelbar die Begründung eines personenrechtlichen
Verhältnisses zur Folge hat, so muß die Aufnahme in das obligatorische
Verhältniß ebenso unmittelbar eine Erstreckung des dadurch begründeten
personenrechtlichen Bandes nach sich ziehen. Da aber die Gesellschafter
gerade in ihrer personenrechtlichen Vereinigung Subjekte des Gesellschafts-
vermögens sind, so muß nun auch der neue Gesellschafter, da er von
dem personenrechtlichen Bande mit umschlossen wird, auch Mitträger
des gemeinsamen Vermögens werden. Und wie sich der Eintritt in
die personenrechtliche Gemeinschaft ohne Weiteres mit dem Abschlüsse
des Aufnahmevertrags vollzieht, so muß mit diesem Ereigniß auch der
Eintritt in die Mitträgerschaft des Gesellschaftsvermögens ohne Weiteres
erfolgen.
Wenn man dies nicht zugeben wollte, sondern einen besonderen
Uebertragungsakt verlangte, könnte man gar nicht dazu gelangen, dem
neu Eingetretenen Antheil am Gesellschaftsvermögen zu verschaffen.
Die bisherigen Gesellschafter könnten ihm allerdings einen ideellen
Antheil an allen gemeinschaftlichen Gegenständen einräumen, aber dann
würde dieser ideelle Antheil aus dem Gesellschaftsvermögen ausscheiden.
Denn er würde dem neuen Gesellschafter nicht kraft seiner Zugehörigkeit
zu der personenrechtlichen Gemeinschaft der übrigen Gesellschafter zu-
stehen, sondern kraft der dinglichen Uebertragungsverträge. Der neue
Gesellschafter könnte deshalb frei über ihn verfügen. Seine Gläubiger
könnten sich daraus im Wege der Zwangsvollstreckung befriedigen,
ohne daß die bisherigen Gesellschafter es hindern könnten. Damit
wäre aber die Erreichung des Gesellschaftszwecks in Frage gestellt.
Wollte inan aber, um diese Gefahr zu vermeiden, das Gesellschafts-
vermögen den bisherigen Gesellschaftern Vorbehalten, und dem neu Ein-
getretenen einen Antheil daran versagen, so würde man dem Willen
der Parteien nicht gerecht werden. Sie wollen, daß auch der neue
Gesellschafter am Gesellschaftsvermögen mitberechtigt ist. Und dies

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