Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

9. Der Kreditauftrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche

7.

Der Kredilauflrag nach dem Bürgerlichen Gesetzbuche.
Von Rechtsanwalt Bendix in Breslau.

A. Geschichtliches.
I. In der Literatur des gemeinen Rechtes herrscht über die Natur
des mandatum qualificatum Streit. Während beispielsweise Arndts *)
lehrt, daß der Kreditauftrag in die Bürgschaft aufgegangen sei, und
Sokolowski^) den Beweis erbracht zu haben glaubt, daß in der justi-
nianischen Gesetzgebung tideirmmo und Jntercessionsmandat als zwei
koordinirte Bürgschaftsverträge hervortreten, führt neuerdings wieder
Geib in längerer Untersuchung 1 2 3) aus, daß der Unterschied des Kredit-
mandats und der tideirmmo nicht, lote Viele wollen/) wesentlich ein
formeller sei; eine materielle Gleichstellung des Kreditmandats und
der fideiussio liege nicht vor, die ex maudato resultirende Garantie-
pflicht sei eben, um ihres Mandatscharakters willen, auch heute noch im
Wesentlichen ganz ebenso von der Bürgschaftsobligation verschieden
wie im reinen römischen Rechte die Obligation des mandator von der-
jenigen des fideiussor. Eine dritte Meinung endlich, die ebenfalls
gewichtige Vertreter gefunden hat, geht dahin, daß weder eine, einzig
und allein nach den Regeln der Bürgschaft zu beurtheilende Kredit-
bürgschaft noch ein ausschließlich unter das Mandat fallendes Auf-
tragsverhältniß, sondern ein aus Bürgschaft und Mandat gemischtes

1) Pandekten Anm. 3 zu 8 353.
2) Die Mandatsbürgschaft, insbesondere S. 104.
') Zur Dogmatik des römischen Bürgschaftsrechts, insbesondere S. 163,172.
4-> Windscheid, Pandekten Bd. 2 § 412 Anm. 18; Förster-Eccius,
Preuß. Privatrecht Bd. 2 8 144 Anm. 133.
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