Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

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Paul Oertmänn

auf das B.G.B. umgearbeitet worden war, nicht wesentlich verändert; jedoch sind
ein paar Fälle neu eingefügt, außerdem ist die in der achten Auflage leider etwas
verwirrte Nummerirung in Ordnung gebracht. Ein Buch, das die Probe auf
seine Brauchbarkeit in so seltenem Maße bestanden hat, das sich fortdauernd in
den Händen der meisten akademischen Lehrer und zahlloser Studirender befindet,
bedarf an dieser Stelle ebensowenig, wie anderswo, einer riihmenden Empfehlung
mehr. Wie in meiner Bibliothek, wird das Werkchen auch in der manches Fach-
genossen eines der wichtigsten und meistgebrauchten Bücher sein.
Dickel's Rechtssälle liegen in einer zweiten, durch zahlreiche Vermehrungen
und Besserungen auf das Doppelte des stüheren Umfangs angewachsenen Auflage
vor?") Der Grundcharakter der belehrenden, so recht aus dem Leben schöpfenden
Publikation ist derselbe geblieben; ich verweise daher auf das in Bd. X S. 343
über die erste Auflage Gesagte- Die Gesammtzahl der Fälle ist von 50 auf 88
angewachsen.
Neue Arbeiten dieser Art sind von Landsberg und von LenelU5) heraus-
gegeben worden. Es sind beides dünnere, handliche Heftchen, die im Ganzen
mehr als Grundlage für Anfänger Übungen in Betracht kommen dürften. Das
zeigt sich schon an der relativen Kürze der mitgetheilten Thatbestände. Lands-
berg giebt auf 150 Seiten, die nicht voll bedruckt sind, sondern, anscheinend für
ein Hineinschreiben der Lösung, Raum lassen, ebensoviel Fälle, und bei Lenel
sind gar auf 175 Seiten 753 Fälle oder vielmehr, an Ereignisse aus dem prak-
tischen Leben angeknüpfte, Fragen enthalten. Zur Erleichterung des Gebrauchs
hat Landsberg die wichtigsten einschlägigen 88 des B.G.B. beigesügt — ein m. E.
in seiner Angemessenheit nicht unanfechtbares Verfahren, da es die Selbständig-
keit der Studirenden bei Lösung der Aufgabe beeinträchtigt. Mit Recht hat
Lenel daher auch die Verweisungen zwar nicht weggelassen, aber auf ein sehr
geringes Maß beschränkt. Ueberhaupt dürfte die Lenel'sche Arbeit, wie an Reich-
haltigkeit, so nicht minder an inneren Vorzügen von den beiden Publikationen die
hervorragendere sein. Sie ist auch für den Vorgeschritteneren zum Selbststudium;
für den Dozenten als Quelle für in die Vorlesung einzuflechtende Beispiele von
nicht zu unterschätzendem Werthe. Die Ordnung nach Materien wird gerade in
dieser Richtung dem Gebrauch äußerst förderlich sein. Ich selbst habe sie bereits
mehrfach mit Erfolg zu Rathe gezogen und glaube sie allgemeiner Aufmerksamkeit
bestens empfehlen zu können.
Auflage mit Rücksicht auf das B.G.B- bearbeitet von Prof. Dr. F. Regels-
berger. Jena, Fischer 1901. XII u. 270 S. Preis M. 3,50.
'") A.G.R. und Prof. Dr. C. Dickel, Rechtsfälle. Zum Gebrauche bei
juristischen Uebungen. Heft 1. Auszüge aus Prozeßakten. Zweite vermehrte
und verbesserte Auflage. Berlin, Vahlen 1901. Xu. 272 S. Preis geb. M.4,80.
U5) Ger.Ass. Dr. I. Landsberg, Rechtsfälle nach dem B.G.B. für
Uebungen und Vorträge und zum Selbststudium. Bonn, Marcus & Weber 1900.
150 S. Preis geb. M. 2. — Prof: Dr. O. Lenel, Praktikum des bürgerlichen
Rechts. VIII u. 175 S. Preis geb. M. 2,40.
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