Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

1S8

Paul Oertmann.

schlechter werdender Ergebnisse für nothwendig, hier energisch einzusetzen, S. 67,87.
— Interessant sind auch die Vergleichungen des Antheils der Nationalitäten
an der Einkommensteuer; sie fallen für das Deutschthum überraschend günstig aus.

Der in den letzten Jahren fertiggestellte Vorentwurf eines schweizerischen
Civilgefetzbuchs l3ä) ist in amtlicher Ausgabe publizirt worden. Das elegant
ausgestattete Heft umfaßt in zusammen 1019 §§ zunächst das Personenrecht
(88 1—109), dann das Familienrecht (88 110—483), das Erbrecht (88 484—643),
endlich das Sachenrecht (88 644—1019). Das schweizerische Obligationenrecht
ist bekanntlich längst kodifizirt und soll im Wesentlichen in der vorhandenen
Gestalt in das neue Gesetzbuch ausgenommen werden. Eine sachliche Besprechung
des Entwurfs, zu der in der Vorrede durch den Vorsteher des eidgen. Justiz-
und Polizeidepartements Brenner aufgefordert wird, ist natürlich bei dem
Charakter der Rundschau und dem dafür zur Verfügung stehenden Raum aus-
geschlossen, doch glaube ich Namens der Redaktion versichern zu dürfen, daß
Beiträge dazu aus dem Kreise unserer Leser bei uns jederzeit und gern Aufnahme
als Sonderartikel finden würden.
Angehängt ist dem Entwurf eine kurze, aber alles Wesentliche treffend
hervorhebende Uebersicht der Vorarbeiten dazu aus der Feder des bei seiner Aus-
arbeitung an erster Stelle betheiligten hervorragenden Rechtslehrers Eugen
Huber.
Auf den. französischen Civilprozeß wirft Wehli'^) in einem kurzen
Aussatz einige „Streiflichter", und zwar an der Hand des Buches von Pacaud.
Das Bild ist, wie er am Schluffe sagt, ein düsteres — wieso, das möge man in
der klaren und übersichtlichen Abhandlung selbst Nachlesen.
Wie v. Wieser (s. oben Anm. 131) das gegenwärtige preußische Steuer-
system für die Zwecke des österreichischen zu verwenden weiß, soCreanga"*)
im Sinne einer Reform des Rumänischen Steuerrechts. Aber er verfährt
dabei insofern anders, als er nicht an das preußische System als einen gegebenen
Faktor anknüpft; vielmehr schildert er in ausführlicher und nicht ungewandter
Darstellung das Werden des preußischen Steuersystems von 1810 an bis zu
den Reformen von 1891 und 1893. Es folgt eine gleichfalls ausführliche, offenbar
durchaus sachkundige Schilderung der rumänischen Verhältnisse, die nach Ansicht
Creanga's dringend nach einer Reform schreien. Ein dritter Th eil untersucht,
wieweit dabei die preußischen Gesetze für Rumänien verwerthbar seien.

1S2) Schweizerisches Civilgesetzbuch. Vorentwurf des eidgenössischen Justiz-
und Polizeidepartements. Bern, Schmid & Francke 1900. 309 S. Preis M. 2.
m) Ger.Sekr. Dr. A. Wehli, Streiflichter auf den heutigen französischen
Civilprozeß. Sep.-Abdr. aus der Oesterr. Ger.-Ztg. Wien, Manz 1900. 26 S.
m) Dr. George D. Creanga, Die direkte Besteuerung in Preußen und
in Rumänien. (Rechts- und staatswiss. Studien Heft VIII.) Berlin, Ebering
1900. 238 S. Preis M. 6.

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