Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 20 (1902))

Civilistische Rundschau.

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weist die Neuauflage nur Besserungen in Einzelpunkten auf, sodaß auf das früher
(XV, 463) Gesagte verwiesen werden kann.
Das Eltern- und Vormundschaftsrecht gemeinsam hat Bosch an 77) in
einem mäßig starken Bande für das Bedürfniß der „gerichtlichen Praxis" dar-
gestellt. Diesem Zwecke entsprechend fehlen allgemeinere und sonstige wissen-
schaftliche Erörterungen ganz, während das Detail reichhaltig und, soweit ich
sehe, sachgemäß vorgeführt wird. Durch eine reiche Sammlung von Beispielen
und Mustern ivird die praktische Verwerthbarkeit der Arbeit gefördert.
Noelle's Bearbeitung des neuen Fürsorgeerziehungsgesetzes hat bereits
eine zweite Auflage78) erlebt, bei der Plan und Anlage der Arbeit nicht ver-
ändert worden sind, während sich im Einzelnen manche Verbesserungen finden.
Anordnung und Umfang der Arbeit dürften sich auf der Linie des Zweckent-
sprechenden halten. Soiveit die Erläuterungen zu den einzelnen 88 einen größeren
Raum annehmen, hat Verfasser durch ein alphabetisches Schlagwörterverzeichnitz
die Uebersichtlichkeit vermehrt. Man ivird der in jeder Beziehung als gelungen
zu bezeichnenden Arbeit weiteren Erfolg wünschen und prophezeien können.
Ein Einzelproblem aus dem Vornmndschafsrechte macht Schanzt jutjt
Gegenstand einer nach Form und Inhalt nicht übel gelungenen Erstlingsarbeit,
in der wir die „vorläufige Vormundschaft" vom geschichtlichen, materiellrecht-
lichen unb prozessualen Standpunkt aus ausführlich dargestellt finden. Sie ist
nach Verfasser bereits eine ivahre, wirkliche Vormundschaft, die sich von der ge-
wöhnlichen fast mtr durch ihren vorübergehenden Zweck unterscheidet, S. 4L.
In Entscheidung einer schon aufgetauchteu Streitfrage versuch! er darzulegen,
daß die ohne Einwilligung des Vormundes während Bestehens der vorläufige i
Vormundschaft eingegangenen Verbindlichkeiten unter allen Umständen unwirk-
sam such und auch niemals dadurch wirksanr werden, daß die vorläufige Vor-
mundschaft durch das Vormundschaftsgericht ausgehoben wird, gleichgültig, welchen
Allsgang das Entmüildigungsverfahren nimmt, S. 57- 58.

h) Erbrecht.
Strohal's Erbrechtboz (ft in einer zweiten Auflage erschienen, die soviel
Aeilderuilgeil allsiveist, daß sie nicht nur als eine „unlgearbeitete" bezeichnet
werden kanll, soildern sich im Grunde als ein ganz ileues Werk darstellt; das
77) A.R. W. Boschall, Das Eltern- und Vormundschaftsrecht in der ge-
richtlichen Praxis. Berlin, Häriilg 1900. XVM u. 401 S. Pr. M. 8, geb. M. 9.
78) L.G.R. O. Noelle, Das Gesetz über die Fürsorgeerziehung Minder-
jähriger vom 2. Juli 1900. Erläutert. Zweite Auflage. Berlin, Vahlen, 1901.
X u. 171 S. Pr. kart. M. 3.
79) Dr. H. Schanz, Die vorläufige Vormundschaft nach Reichsrecht und
den Landesgesetzen. München, Beck 1901. VI u. 80 S. Pr. M. 1,80.
") Prof. Dr. E. Strohal, Das deutsche Erbrecht auf Grundlage des
bürgerlichen Gesetzbuchs. Zweite umgearbeitete und vermehrte Auflage. Berlin,
Guttentag 1901. XV u. 598 S. Pr. M. 12.

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