Full text: Kritische Ueberschau der deutschen Gesetzgebung und Rechtswissenschaft (Bd. 6 (1859))

2 Die Lehre vom äus naturale, aequum et bonum und j us gentium der Römer.
mehr vermeidende, und vor allen Dingen in etwas leichteren Perioden
sich bewegende Darstellung, dem Zwecke, die aufklärenden Resultate
der vor den Augen des Lesers sich abspinnenden Untersuchung mög-
lichst bald zum Gemeingute der Wissenschaft zu machen, nicht besser
gedient gewesen wäre, selbst auf Kosten eines geringeren Umfangs
des Buchs, ist eine Frage, die wohl schon manchem Leser sich un-
willkürlich aufgeworfen hat.
Wenn wir uns dessenungeachtet für überzeugt halten, daß
unter der großen Menge von Schriften über Materien des römi-
schen Rechts, welche die letzten Jahre zu Tage gefördert haben,
wenige sind, die sich der Mühe und des Zeitaufwandes eines ein-
gehenden Studiums dankbarer erwiesen als die vorliegende, so
wünschten wir den nachfolgenden Bemerkungen mehr die Absicht
beigelegt, diese Meinung zu begründen, mithin dem Buche Leser
zu gewinnen, als durch einen dürftigen Auszug für das Studium
ein unzulängliches Surrogat zu bieten.
Zunächst ist darauf aufmerksam zu machen, daß das zu be-
sprechende Buch, weit davon entfernt die Aufgabe die der Verfasser
sich gestellt, zu erschöpfen, vielmehr von deren Ausführung den
ersten Theil darbietet. Nur die „Wesenbestimmung jener Gegensätze
an sich" bildet seinen Inhalt, während die Darstellung der „jenen
Begriffen untergeordneten Rechtsmaterie in ihrer durch historische
Entwicklung gegebenen Formation" einem zweiten und dritten Theil
Vorbehalten bleiben soll. Daß aber dieser erste Theil den eigentlichen
Knoten des Gegenstandes zu lösen hat und dasjenige behandeln
muß, um dessen Aufklärung es der Wissenschaft vorzugsweise zu
thun ist, folgt aus der Natur der Sache.
Mit Recht hat der Verfasser eine periodische Firirung seiner
Betrachtungen für geboten erachtet. Wenn er als den ersten
epochemachenden Abschnitt 4us Zeitalter Cicero's, als zweiten die
classische Jurisprudenz, als dritten das Zeitalter Justinians an-
nimmt, so geht diese Periodisirung mit derjenigen Hand in Hand,
welche sich für die Gesammtdetrachtung der römischen Rechts-
geschichte als die einzig sachgemäße, trotz aller Abweichungen, stets
von neuem wieder aufdrängt. Innerhalb der einzelnen Perioden
geht der Verfasser so zu Werke, daß jeder der drei zu erörternden
Begriffe zunächst einer abgesonderten Untersuchung unterworfen
wird, um so für die Bestimmung des gegenseitigen Verhältnisses

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