Inhaltsverzeichnis : Schulreform und Gesellschaft (T. 1)

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weist  sich  eher  als  weltanschaulich  und  sozialphilosophisch
denn  als  pädagogisch-psychologisch  begründet.  Ein  Überblick
über  Untersuchungen,  in  denen  homogene  und  heterogene  Gruppierungen -
  in  ihren  Auswirkungen  auf  Schülerleistungen  verglichen -
  werden,  läßt  nicht  auf  einen  durchgehenden  Leistungsvorteil -
  für  eine  der  beiden  Formen  von  Unterrichtsorganisation -
  schließen.  Die  Instabilität  von  Schülermerkmalen -
  wie  Leistungshöhe,  Interesse  an  bestimmten  Fächern
und  Motivation  durch  Berufswünsche  ist  eindrucksvoll  nachgewiesen -
  worden.  Die  Unzulänglichkeit  von  Selektionskriterien -
  beim  Eintritt  in  weiterführende  Schulen  hat  sich  unter
anderem  durch  geringen  Prognosewert  der  Entscheidungen,  das
heißt  durch  hohe  Mißerfolgsquoten,  herausgestellt  und  ließ
sich  auch  durch  raffiniertere  Ausleseverfahren  nicht  beheben. -
  Die  frühe  Festlegung  der  Bildungswege  und  die  relative
Wirkungslosigkeit  von  Korrekturmöglichkeiten,  vor  allem  in
aufsteigender  Richtung,  haben  sich  als  Merkmal  aller  vertikaler -
  Schulsysteme  herausgestellt.  Von  den  Ergebnissen
psychologisch-pädagogischer  Forschung  her  scheint  sich  eine
vertikale  Gliederung  des  Schulwesens  kaum  noch  rechtfertigen
zu  lassen.
Während  der  hier  untersuchten  Reformperiode  gewann  zeitweilig -
  ein  ökonomisches  Argument  an  Gewicht.  Das  selektive
Schulsystem,  so  hieß  es,  schöpfe  die  Begabungsreserven  nicht
aus,  die  als  Qualifikationspotential  für  die  nationale  Wettbewerbsfähigkeit -
  der  Wirtschaft  benötigt  würden.  Dieses  Argument -
  hat  in  mehreren  Ländern  als  Motor  von  Reformmaßnahmen
gewirkt,  mit  denen  der  Zugang  zum  Hochschulwesen  und  dieses
selbst  beträchtlich  erweitert  wurden.  Interessanterweise  ist
ein  Anstieg  der  Abiturientenzahlen  und  der  entsprechenden
Abschlüsse  erfolgt,  ohne  daß  zuvor  die  vertikale  Schulstruktur -
  durch  eine  Form  der  Gesamtschule  hätte  abgelöst  werden
müssen.  In  der  Bundesrepublik  und  in  Österreich  ist  inzwischen -
  der  "Abiturientenmangel"  von  einem  "Abiturientenüberschuß" -
  abgelöst  worden.  Umgekehrt  steht  auch  die  Leistungsfähigkeit -
  von  gesamtschulartigen  Schulsystemen  außer  Zweifel.
            
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