§ 15. 29
des ius seriptum. c. Constitutiones principum.
relatio oder consultatio 13 suggestio, erbetenen Entscheidungen des
Kaisers in einzelnen Rechtsfällen, sacrae iussiones, wonach das
Gericht zu sprechen habe“.
Die Gesetzeskraft der Rescripte, obgleich ¬
diese nicht officiell publiciert, sondern nur durch die Schriften ¬
und Sammlungen der Juristen den Richtern und Rechtsbeflißenen
zugänglich gemacht, daher auch zum ius, nicht zu den leges gerechnet ¬
wurden (§20.), beschränkte sich nicht auf das darin entschiedene ¬
Rechtsverhältniss, vielmehr galten die in denselben aufgestellten
allgemeinen Entscheidungsgründe na (daher auch rescripta generalia') ¬
als imperialia statuta mit vollem legis vigor 115. Mandata 15
waren die Schreiben der Kaiser an die von ihnen abhängigen
Behörden, besonders die Provincialmagistrate, worin diesen die
Instruction für ihre Geschäftsverwaltung oder diese betreffenden
einzelnen Befehle ertheilt wurden. Diese mandata gehören zwar
auch zu dem quod principi placuit und waren für den Adressaten ¬
Rechtsvorschrift, hatten aber ihrer Bestimmung gemäß nicht
die Kraft allgemeiner Gesetze; daher sie auch von den Constitutionen ¬
unterschieden, nicht als eine Art derselben aufgeführt werden.
Da in ihnen aber manche, auch privatrechtliche Bestimmungen wiederholt ¬
zu werden pflegten, auch regelmäßig die mandata für den
nachfolgenden Magistrat einer Provinz mit den seinem Vorgänger
(13) Dig. de Appellationibus et relationibus 49,1. De
liceat vel non 1,19.
Relationibus Th.C.9,29. Iust. Cod.7,61. De Appellationibus et consultationibus
Theophil. cit. .,.
Th.C.11,30. lust. Cod.7,62. cf. Cod. 1,20...22.
oa nepi rog dußs -
oo
(14)
Nicht decreta, Sentenzen des
u ou“.
Kaisers als obersten Richters. Justinian verbietet Novv. 113.125. (vgl. Cod.1,21.
Ut lite pendente... nulli liceat imperatori supplicare) den Gerichtsbehörden
solcherlei Consultationen. Theophilus l. c. beschränkt den Begriff der Epistola
(14a) Paul.
3a auf die kais. Beantwortung einer Behördenanfrage. Note 13.
L.9.(5.D. de iur. et f.ign. 22,6. „. nani initium constitutionis generale est..4.
Im Jahr 398. verordnen Arcadius und Honorius, in Zukunft sollten rescripta
ad consultationem emissa vel emitlenda nur in den Rechtssachen gelten, durch
(14b) s.
welche sie veranlaßt worden seien. L.11.Th.C.de div.rescr.1,2.
35 oben Noten 3,8. Justinian. L.12.C.de LL.1,14. „Si imperialis maiestas causam
cognitionaliter examinaverit et..sententiam dixerit, omnes omnino iudices
qui sub nostro imperio sunt, sciant hanc esse legem non solum illi causae
pro qua producta est, sed et omnibus similibus... cum et veteris iuris conditores ¬
constitutiones quae ex imperiali decreto processerunt, legis vim
40 optinere .. definiant.... tam conditor quam interpres legum solus imperator
juste existimabitur ..d. Gegen Savigny Syst. I.S.126.ff. u. die erste Ausg. dieses
(15) De Mandatis prinWerkes ¬
s. Puchta Inst. §111. Heimbach l.c.S.3.f.
cipum: Th. C. 1,3. Thandelt von mandatis secretis), lust. Cod.1,15. Noo.17.