Metadaten : Condillac, Etienne Bonnot: Versuch über den Ursprung der menschlichen Erkenntnis

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nach  der  Natur  der  Sache  zu  urtheilen,  daß  diese
mehreren  Arten  sie  zu  gebrauchen,  stufenweise,  und
zu  drey  verschiedenen  Zeiten  erfunden  wurden.
Die  erste  Art  bestand  im  Gebrauch  eines  Hauptumstandes ¬
  eines  Subjekts,  der  die  Stelle  des
Ganzen  vertreten  mußte.  So  stellten  z.  B.  zwo
Hände,  von  welchen  die  eine  einen  Schild,  die
andre  einen  Bogen  hielt,  eine  Bataille  vor.  Die
zwote  Art,  die  schon  mit  mehr  Kunst  ausgedacht
war,  bestand  darinnen,  daß  man  entweder  ein
reelles  oder  ein  metaphorisches  Instrument  der  Sache ¬
  für  die  Sache  selbst  hinsezte.  Ein  auf  eine  ausgezeichnete =
  Art  hingestelltes  Auge,  stellte  Gottes  Allwissenheit =
  vor;  und  ein  Schwerd,  einen  Tyrannen. ¬
  Man  ging  endlich  noch  weiter;  man  bediente ¬
  sich  zur  Vorstellung  einer  gewissen  Sache
einer  andern,  die  einige  Aehnlichkeit  oder  Analogie
mit  jener  hatte,  und  dieses  war  die  dritte  Art,
wie  man  diese  Schrift  gebrauchte.  Das  Universum ¬
  z.  B.  wurde  durch  eine  Schlange  vorgestellt,
und  ihre  bunte  Flecken  bezeichneten  die  Sterne.
§.  130.  Die  erste  Absicht  derer,  die  die  Hieroglyphen =
  erfanden,  war  die  Erhaltung  der  Begebenheiten ¬
  und  die  Bekanntmachung  der  Geseze, ¬
  der  Verordnungen  und  alles  dessen,  was
auf  bürgerliche  Geschäfte  ging.  Man  trug  also
ursprünglich  dafür  Sorge,  daß  man  nur  solche
Figuren  gebrauchte,  deren  Analogie  einem  jeden
einleuchtete.  Allein  diese  Methode  gab  zum  Nachsinnen ¬
  Gelegenheit,  sobald  sich  die  Pbilosophen
auf  das  Spekuliren  legten.  Sobald  sie  an  den
Gegenständen  verborgenere  Eigenschaften  entdeckt
            
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