Volltext : Zeitschrift für Civilrecht und Prozeß (N.F. Bd. 1 (1845))

von den Quellen des deutschen Ckvilprozcsses. 223
organische Achnlichkcit dessen, was bereits Inhalt des positiven
Rechtes ist, mit etwas Anderem, welches ausserhalb dieses Rechtes
liegt. 0- Indem hier das Letztere nach dem Gesetze jener Ver-
wandtschaft in das Rechtsgebict gezogen wird, ergiebt sich ein
Anhaltspunkt für dessen Bcurtheilung. — Zur Zeit der legis ac-
tiones scheint bei den Römern die Analogie noch unanwendbar
gewesen zu seyn; Jedermann hatte sich an den bestimmten Um-
kreis der Worte strenge zu Haltens; die späteren Schriftstellers
aber und die Gesetzekennen sie, und gebieten deren Anwendung.

dendi modis in genere. Halae, 1750. A. D. Schwarz de recto
et legitimo usu decidendi casus secundum analogiam. Erfurt* * 1751.
J. Gottfr. Kayser (pr. Dan* Nettelbladp ,) de decisione casuum
secundum analogiam. Halae Magdeb. 175t. (1763?) C.H. Fueiesleben,
D. de ratiocinatione ex argumento Ie>is. Altorf. 1780. Thib aut,
Theorie d. logischen Ausleg. des römischen Rechts. Altona, 1806.
§. 28. Jordan im Archiv f. d. civilist. Prax. Bd. VIII. S. 223
—226. Stahl, Philosophie des Rechts. Heidelb. seit 1630. Bd.
II. Abth. I. S. 166. v. Savigny, System d. R. R. Bd. 1. S.
- 290—296.. Wächter, Handbuch des'im Königreiche Württemberg
geltenden Privatrechts. Bd. II. S. 54—60.
*) Schlüffe aus der Un ähnli chkeit zwischen Satz und Gegensatz^ (ar-
gumenta a contrario) der Analogie beizuzählen, ist schon der Ety-
mologie entgegen. Doch thun dies noch Jordan a. a. O. S*
225, und Klüber, öffentliches Recht des deutschen Bundes. Abth.
I. §. 62. Vgl. dagegen Thibaut a. a. O.
*) Gaj. IV. II.
4) Varro de L. L. VIII. 32. X. 2. seqq. (in edit. C. Odofr.Mülleri.)
Gell. II. 25. Cie. Top. 3. 4. ad Alt. VI. 2. Ouintil. I. 6. (Ed.
maj. Spalding. Vol. I. p. 139.) Senec. Epist. 120. Isidor. I. 27.
Auch die ratiocinatio scheint Analogie gewesen zu seyn. Pseudo-Cic.
ad Ilerenn. I. 13. Cf. Quintil. VIII. 4. (Ed. eit. Vol. III. p.277.)
*) L. 12. Dig, de legg. (1, 3.) — ad similia procedere. L. 13. eod.
— jurisdictione suppleri. L. 27. eod. — semper quasi hoc legibus
inesse credi oportet, ut ad eos quoque personas et ad eas res per-
tinerent, quae quandoque similes erunt. L. 32. eod* — Si qua in
re hoc (custodiri leges, mores et consuetudinem) deficeret, tunc

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