Siebentes Buch.
Staatsverfassung v. Venedig.
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missfälligen Schritt thun, so werden sie auf der Stelle ban
dirt, und ihrer Güter beraubt. Und diess geschiehet so
häufig, dass man leicht siehet, es sey dem Senat weit weniger -
um Gerechtigkeit, als um Unterdrükkung des ihm
verhafsten Theils der Unterthanen zu thun, denen öfters
kein anderes Verbrechen, als ihr Ansehen oder Reichthum
zu Schulden kömmt.
Insbesondere trift dieses hatte Schikfal den Landadel,
der es nicht vergessen kann, dass er mit dem übrigen
Theil der Unterthanen in einer Klasse stehen, und von
allen Ehrenstellen ausgeschlossen seyn soll, in welcher
Lage persönliches Verdienst ihm zu nichts weiter hilft,
als ihn mehrerer Eifersucht und Gefahr auszusezzen,
und seine Geduld keine andere Folge hat, als dass er
desto verächtlicher behandelt wird.
Diese Lage machte ihn von jeher der Regierung abgeneigt -
und widerspenstig; und diese glaubte sich dadurch
um so mehr zu ihrem grausamen Plan berechtiget, alle
mächrige Häuser bis auf den lezten Zweig auszurotten.
Zur Vollendung ihres Unglüks verderben sie sich selbst
durch ihre Privatfeindseligkeiten, und werden einer des
andern Ankläger. Auf diese Weise braucht die Regierung,
um ihren Plan zu verfolgen, nichts weiter zu thun, als
dieses Feuer immer mehr anzublasen und zu unterhalten.
Wie sie dabei zu Werke gehen, lässet sich am besten durch
ein kleines Beispiel erläutern.
Franz Erizzo, der vor seiner Erhebung zum Dogad -
General zu Palma war, sahe die Eintracht und
das gute Verständniss des Friulschen Adels mit geheimem
Missvergnügen, und sezte sich in den Kopf, einen Zankapfel -
unter ihn zu werfen, und ihn Thorheiten begehen
zu lassen, woraus der Senat Vortheile ziehen möchte