Volltext : Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Romanistische Abteilung (Bd. 32 (1911))

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und  den  rechten  Führern  wollen,  nämlich  mit  Führern,
welche  nur  die  Sache  und  die  Wohlfahrt  und  wahre  Bildung
des  Arbeiterstandes  im  Auge  haben.  Mangeln  alle  diese
sittlichen  Factoren,  dann  ist  von  einer  Ausführung  freilich
keine  Rede:  es  bleibt  beim  Alten,  oder  es  wird  nur
geflickt,  d.  h.  neue  Lappen  auf  alte  Lumpen  gesetzt.  Aber
ich  habe  eben  Hoffnung,  daß  die  Vernunft  noch  siegt,  nämlich ¬
  daß  die  rechte  Einsicht  und  der  gute  Wille  kommt  und
von  den  Arbeitern,  dem  Staat  und  der  Gemeinde,  sowie
von  den  rechten  Arbeiterfreunden  (worunter  natürlich  auch
Geistliche,  d.  h.  wahre  Seelensorger  sein  können,  ja  sein
sollten)  die  rechten  Mittel  und  Wege  zum  Zweck  gewählt
werden.  Also  eine  Unausführbarkeit  der  annähernden  Erzielung ¬
  der  täglichen  Achtstundenarbeit  kann  Niemand  beweisen. ¬
  Mag  sein,  daß  diesen  Brauch  und  diese  Sitte  unsere
Enkel  noch  nicht  erleben,  allein  ein  paarmal  Hunderttausend
Arbeiter  vermöchten  übrigens  hie  und  da  schon  viel,  wenn
sie  das  Richtige  als  Männer  wollten  und  dafür  mit  Begeisterung ¬
  zu  einer  Agitation  übergingen.
Am  wenigsten  wird  unserer  Sache  der  gewöhnliche  Witz
etwas  anhaben  können.  So  hat  z.  B.  der  Abgeordnete
Braun  im  „Norddeutschen  Reichstag“  geäußert,  daß  er  schon
achtzehn  Stunden  täglich  gearbeitet  und  dabei  doch  nicht  an
Körper  abgenommen  habe.
Gegen  diesen  mit  allgemeiner  Heiterkeit  aufgenommenen
Witz  hätte  man  mehrere  gewichtige  Einwendungen  machen
können.  Erstens,  daß  eine  Schwalbe  noch  keinen  Sommer
macht.  Wenn  Braun  zeitlebens  täglich  zwölf  Stunden  mit
            
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