Metadaten : Vitruvius: Vitruuius Des aller namhafftigisten vnnd Hocherfarnesten, Römischen Architecti Marci Vitruuii Pollionis, Zehen Bücher von der Architectur vnd künstlichem Bawen

Von  der  Archicertur  das  dig.  Tap  ccccrcir
bleibt  es  bestendig  in  guter  Farb  /  vnd  fellet  nit  leichtlischen  ab.  Wo
aber  dise  Farb  an  freyen  vnuerschloßnen  orten  gebraucht  wirt  /  da
sie  an  das  Wetter  kumpt  /  von  Sonn  vnd  Mon  beschinen  werden
mag  /  mag  es  nit  bestehen  /  verleurt  sein  natürliche  Farb  vund  wirt
schwartz:  Dan  als  Faberius  Scriba  am  Auentino  sein  Hauß  auffs
schönest  wolt  fassen  vnd  außstreichen  lassen  /  hat  er  diespaciergeno
oder  Mawren  der  Peristilien  gantz  und  gar  mit  diser  natürlichen
Mini  farb  außstreichen  lassen  /  welches  vngefehrlichen  in  eine  o
nat  die  Farb  zum  theil  verloren  und  Wunderbarlichen  verendert

hat  /  welches  auch  andern  mehr  gescheheist.  Darumb  obgemelter
Jaberius  solches  Gemehl  abwaschen  vü  andere  bestendigere  We
ter  farben  hat  brauchen  müssen.  Wo  aber  einer  der  sach  fleissiger
nachkommen  vnd  solche  Mini  Farben  am  Wetter  bestendig  behal
ten  /  der  sol  im  also  thun.  Wann  die  Farb  angelegt  und  der  Dünch
wol  geebnet  vund  poliert  ist  /  sol  man  Schneweiß  Wachs  nemen  /
Cera  punica  genant  /  dasselbig  zerlassen  vnd  mit  ein  wenig  ols  temperiern

  /  vnd  mit  dem  Bensel  vber  solche  Farb  ziehen  /  dan  glüende
Kole  in  ein  Eysen  Gefeß  gethon  /  sol  man  wol  hinzu  an  dise  Maw
ten  hälten  /  das  von  der  Werm  das  Wachs  wol  erschwitze  /  vn  sich
also  das  Wachs  allenthalben  in  gleicher  dicke  anlege  /  dann  mit
weissen  vnd  reinen  Leinen  Tüchlein  sol  mans  poliren  wie  einen  reinen -
  glantzigen  Marbel  /  solchs  nennen  die  Griechen  Causim.  Durch
solche  Schirm  des  weissen  Punischen  Wachs  /  wirt  die  Farbever
deckt  /  das  ihr  weder  das  Wetter  noch  Sonnen  oder  Monschein
schaden  thun  mag.  Aber  die  Officinen  oder  schmeltzhütte  /  so  etwo
in  Epheso  gestanden  /  seind  derhalben  verruckt  und  gehn  Ro  kom

men  /  das  dises  Ertzt  ein  gang  in  Hispania  in  einem  Bergwerck  gefunden -
  worden  /  von  dem  solchs  Ertzt  durch  die  Publicaner  gehn
Rom  verschafft  ward.  Dise  schmeltzhütten  stehn  zu  Rom  zwischen
dem  Tempel  Flore  vnd  Quirini.  Dise  natürliche  Minij  wird  gefel
schet  durch  vndermischten  Kalck  /  wo  du  aber  wissen  vnd  erfaren
woltest  /  ob  solche  Farb  vngefelschet  wer  /  soltu  im  also  thun.  Nimb
ein  Eysen  Plech  vnd  leg  ein  wenig  Minn  drauff  /  vnd  machs  mit  ei

nander  glüendig  /  wo  es  dann  die  Farb  verleurt  vn  schwartz  wird  /
so  nimbs  auß  dem  Fewr  /  laß  erkalten  /  wo  es  dann  sein  rechte  Farb
wider  bekompt  /  so  ist  es  viuermischt.  Also  haben  wir  in  kurtzen  an
zeigt  /  was  ons  von  der  natürlichen  Mini  in  gedechtnuß  hat  fürfallen -
  mögen.  Chrysocollam  bringt  man  auß  Macedonia  /  vnd
wirt  an  solchen  orten  außgraben  /  do  die  Geng  der  Kupffer  Ertzt
nit  fernen  von  seind.  Die  Minij  vnd  das  Jndicum  zeigen  mit  iren
eignen  namen  an  /  wo  sie  gefundent  werden.
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