Inhaltsverzeichnis : Krug, Wilhelm Traugott: Schriftstellerei, Buchhandel und Nachdruck rechtlich, sittlich und klüglich betrachtet

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daß  ich  endlich  4.  keinen  Menschen  zwinge,  meine  Verlagswerke ¬
  zu  kaufen.  So  wenig  also  der,  welcher  aus
Leckerhaftigkeit  für  eine  Mahlzeit  von  ausgesuchten  Speisen ¬
  und  Getränken  3  —  4  Thaler  bezahlt,  über  Beeinträchtigung ¬
  klagen  darf,  so  wenig  darf  es  der,  welcher
aus  Neugier,  ein  von  mir  verlegtes  vortrefliches  Buch  zu
lesen,  für  ein  Alphabet  3—-4  Thaler  zahlen  muß.  Denn
wie  gesagt,  ich  dringe  ihm  das  Buch  nicht  auf,  sondern
lasse  allen  Menschen  ihre  natürliche  Freiheit.  Sollten -
  Sie  aber  vielleicht  sagen,  meine  Verlagswerke  seien  den
Leuten  unentbehrlich,  und  darum  übt'  ich  doch  im
Grunde  einen  sultanischen  Despotismus  aus:  so  muß  ich
Ihnen  zwar  für  die  gute  Meinung,  die  Sie  von  meinen
Sachen  haben,  ergebenst  danken.  Aber  gleichwohl  muß
ich  Ihnen,  so  leid  es  mir  um  meines  eignen  Vortheils
willen  thut,  auf  das  Bestimmteste  widersprechen.  Kein
Buch  in  der  Welt  ist  unentbehrlich,  selbst  die  Bibel  nicht.
Jahrtausende  sind  verflossen,  ehe  die  Menschen  Bücher
hatten,  und  sie  mögen  sich  doch  auch  leidlich  genug  befunden ¬
  haben;  so  wie  noch  jetzt  Millionen  auf  der  Erde
leben,  die  keine  Bücher  haben,  und  sich  bei  diesem  Mangel ¬
  vielleicht  besser  befinden,  als  der  reichste  Büchersammler ¬
  mitsammt  seinem  Bibliothekar.  Was  aber  die  Bibel
betrift,  so  wissen  Sie  ja  selbst,  meine  Herren,  daß  es  eine
große  Religionsgesellschaft  giebt,  die  sich  noch  obendrein
für  allgemein  und  untrüglich  und  alleinseligmachend  hält
und  doch  den  Laien  das  Bibellesen  verbietet,  wenigstens
nicht  unbedingt  gestattet.  Ja  ein  recht  eifrig  frommer
Priester  dieser  Kirche  ist,  wie  verlautet,  in  seinem  from¬
            
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