Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 23 (1902))

3. Heinrich Gottfried Gengler

Heinrich Gottfried Gengier
wurde am 25. Juli 1817 als Sohn des Königlichen Rent-
beamten Heinrich Gengier und seiner Ehefrau Josepha, ge-
borenen Pisani aus Rothenkirchen, in Bamberg geboren. Dort
empfing er den Schulunterricht und absolvirte im Jahre 1835
das Gymnasium. Er bezog zunächst die Universität Wurz-
burg und widmete, den bestehenden Vorschriften gemäfs,
die zwei ersten Semester dem Studium der allgemeinen
Wissenschaften. Nach bestandener philosophischer Endprü-
fung trat er zum Fachstudium der Rechtswissenschaft über
und hörte u. A. Pandekten bei von der Pfordten und deut-
sches Privatrecht bei Ringelmann. Hierauf bezog er die Uni-
versität Heidelberg, wo er zu den Füssen Thibauts, Mitter-
maiers, Rosshirts, Zöpfls und Zachariäs sass. Nach Würz-
burg zurückgekehrt, hörte er noch u. A. bei Albrecht und
bestand im Oktober 1839 das theoretische Examen so vor-
züglich, dass er „dem Ministerium empfohlen“ wurde. Von
allen seinen Lehrern hat wohl Mittermaier den nachhaltig-
sten Einfluss auf ihn ausgeübt. Bei ihm hatte er deutsches
Privatrecht, Strafrecht, Strafprozess und Vertheidigungskunst
gehört. Mit besonderer Freude pflegte Gengier von letzte-
rem Colleg zu erzählen, in welchem Mittermaier vor einem
Geschworenengericht einen Strafprozess in allen seinen Pha-
sen abspielen liess. Von Mittermaiers sonstigen Vorlesungen
berichtete Gengier, dass sie zwar recht interessant gewesen,
aber wegen der Fülle der herangezogenen Fälle, die stets
in grösster Breite erzählt wurden, niemals zu Ende geführt
worden seien. Jedenfalls war der Eindruck der Vorlesungen
dieses damals führenden Geistes der deutschen 9trafrechts-
Zeitschrift für Rechtsgeeohich te. XXM. Gerat. Abth. I

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