Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

Miscel len.

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Item es hat auch die recht, daz ein apte hie mit der zwelfer ge»
sworner rat all markttag wol einen reyf oder ein ander zeychen mag
offenlich lassen aufstossen untz auf ein genante zeyt, also daz in der
genanten zeit, die weil daz Zeichen offen stat, chein gast nach ymand
nichtz sull kaufen dann allein daz gotzhaus und der markt
Auch ist zu wissen, wo mist in dem markt lege, der an einem
markt irren und schaden pringen mecht, so hat des gotzhaus Zöllner
gewalt und recht, dem, dez dann der selb mist were, zu pieten drei tag
vor dem selben marktag, daz er den selben mist ausfure oder naher
ab weg raum, daz der dem markt on schaden lige. Wolt der selbe
aber des nit thun, so hat des gotzhaus Zöllner aber gewalt und recht,
den selben mist mayniclichen zu erlauben und zu geben auszufuren vor
dem marktag.
Item es hat auch der markt und daz gotzhaus hie die recht und
ein apt, daz er alle jar jerlich an dem tag, da er daz geding und eehaft
anhat mit der zwelfer geswornen burger rat, schetzer und besorger
setzen und nemen soll und mag, ye zwen und zwen zu einander aus
den egenanten gesworen auf ein gantz jar über wein, über prot, über
flaisch, über die holtzer und über die feurstät, über mulen und über
alles daz, daz dann dem gotzhaus und dem markt von gemeinschaft
und notturft wegen zugehort und daz in dem markt vail ist on geverde.
Und all marktabent von mittem tag und den marktag darnach, untz
man vesper hie zu closter gesungen hat, so soll man keinem gesessen
burger nichtz schetzen, und mag ein yglicher schenken und vail haben
als ein ander gast. Und waz auch offene vailes weins ist an dem tag,
als man daz gedinge und eehaft hat, und der in der nechsten vergangen
Schätzung nit begriffen und geschetzt ist worden, den soll man voll un-
geschetzt ausschenken. Und furbas so soll daz selbe gantz jar nymand
in dem markt schenken, nach prot nach flaisch nicht vail haben on der
zwayer schetzer [und] haissen, die dann über ein yglichs des selben jars
gesetzt sein, darzupiten und furen, daz sie im das selb schätzen. Und
die selben sullen den selben wein versuchen oder daz prot oder daz
fleisch eigentlich peschauhen und daz selb dan schetzen nach iren guten
getreuen treulich on alles geverde, und sunderlich noch dem gemeinen
lauf in den nechsten steten. Und mag aber einer den wein oder waz
er dann aufgeton wolt haben also nit geben noch geben, als sye im das
geschetzt haben, so mag er daz wol wider zuschlahen und ausfuren
oder miteinander verkaufen wo und wie er mag. Schenkt er aber den
selben geschetzen wein oder waz man im dann geschetzt hat, tewrer
oder hoher dann als im dy schetzer daz geschetzt haben, oder welcher
ungeschetzt schenkt oder vail hat on der zwaier Schätzer schätzen oder
ir bot nit gehalten hat, der selb ist worden einem apt verhaft, alz oft
er den zapfen also gezogen oder verkauft oder nit gehalten hat. Und
als die schetzer in der jarsfrist ein iglichs uberfaren einem apt dagen
und fürbringen, als oft mag ein Zöllner denselben dorumb für einen
apt gepieten und ein apt die gesworen burger darumb für sich vordem

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