Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

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Miscellen.

hat, so soll man im dez gütlichen begunnen und volgen lassen. Wolt
im aber ein apt oder sein gewalt dar selb gut von seiner wyssenlichen
schuld wegen also nit folgen lassen, so mag er sich des selben gutz
selber wol unterziehen und nemen on alle frevel, es sey verschlossen
oder offen. Und ist es dann verschlossen, so mag er dasselb wol offen
und aufprechen und dar gut daraus nemen, doch dar er dem gotzhaus
den selben pruch und schaden on alles vertrieben gentzlich wydermachen
und widerkeren soll.
Auch bat dar gotzhaus hie die recht: wer in den toren und ettern
des gotzhaus sydelhof sytzet und wonet oder selb sitzet frey, also dar
er mit der herschaft und mit dem markt gar nichtz zu schicket hat
weder mit wachen noch mit stewren noch mit keynerlai Sachen und
gemeinschaft in kein weis.
Auch hat es dye recht, war es hofstet in dem markt hat, dar dy
frey sein, also dar dye der herschaft nit steuren nach dyenen in chein
weis, es sey dann dar der selben einer hie in dem markt offenlich zu
markt stand und offen failen kauf hab und treib oder offenlich schenk,
der selb soll ungeverlich sein antzalung geben an den zwain gewon-
lichen steuren zu sand Walpurgen tag und zu sant Michels tag und
nit mere noch anders. Oder sey der herschaft eygen, der selb aigen
man soll jerlich sein gewonlich leibsteur, dar ist jerlich zu iglicher vor-
genanter steur zwen Schilling baller und nit mere.
Auch so soll keiner der herschaft amptman noch pütel frevenlich
oder gevorlich von gerichtz oder gepotz wegen hie auf dez gotzhaus
freyen hofsteten nicht gan noch darauf pieten noch pfenden. Er mag
aber wol offenlich hinein rufen und verkünden. Und ein apt oder sein
amptman soll die leut auf den selben freyen hofste(te)n versprechen
und zu rechten stellen.
Item es hat auch recht, dar ein apt hie wol mag haben sein ampt-
man pei dem gericht, und war da vor gericht offenlich mit recht ver-
fallet, dar ist halbs eines aptes und halbs der herschaft, doch ausge-
nomen der grossen frevel und fliessenden wunden, dy gehören der
herschaft allein zw.
Es hat auch dye recht, dar es hie soll haben seinen eygen gesworen
Zöllner in dem markt; der im sein zoll hie einnympt von allen kaufen,
dye dann hie in dem markt und ettern beschehen ongevorlich.
Wer aber in dem markt hewslich sitzet, der mag von einem
iglichen apt hie oder von seinem Zöllner das marktrecht offenlichen en-
phahen. Und welcher dar also enpfangen hat, der soll dar also von
Einern iglichen apt bye oder von iglichem seinem Zöllner besonder alle
jar j&rlich losen mit vier hailern an sand Mertens abent oder an sand
Mertens tag zu preimzeyt. Und ein iglicher gast mag daz marktrecht
auch jerlich also losen mit 8 ballern in den vorgeschritten rechten.
Und wer daz egenant marktrecht also jerlich nit loset, der soll furbas
zollen als ein ander gast, und ist daz marktrecht wider ledig und ver-
fallen.

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