Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

ISS

F. P. Bremer,

Und ob eins der Eeleut die sich lejrb an leyb und gut an gut su-
samen verheyrat haben understündt, hinder seynem Eegenossen und on
sein kuntlich verwilligung, einich gut in sein Einßhandt zekawffen oder
schreiben zeiassen, So soll doch das dem andern» seynem Eegenossen
unschädlich und nit anders sein noch gehalten werden, dann ob sölliche
habe und gut in ir beder versaranung gekaufft und geschriben were.

4. Decret des Senats vom 18. Januar 1559, betreffend
Erleutterung des 4. gesetzs dess 13. tituls.
Nachdem einem erbarn rath angelangt, welcher gestalt das 4. gesetz
unter dem 13. titul in ungleichem verstandt gezogen und etwan in erb-
thailungen und sonst dohin gedeut worden, als solt den ehekrauen in
anderer ehe von wegen ires zugebrachten guts der Vorgang uf des ver-
storbnen ee wirts verlassner hab nit allein vor andern gläubigem ge-
geben, sonder auch si den Kindern aus erster ehe in erforderung ires
mütterlichen guts kurgesetzt werden, welches aber eins erbarn raths
gemut und mainung nie gewesen, domit dan hinfuro solche furkomen
und das berurt gesetz zu gleichmessigem billichem verstandt gebracht
werde, so gibt ein erbarer rath dise nachvolgende erleutterung: So
jemandt in erster ehe Kinder erzeugt und nach absterben seins ehe-
genossen zu der andern ehe greift, das sol den Kindern aus erster ehe
an irem erlebten vatterlichen oder mütterlichen gut und derhalb habende
stilschweigender Verpfandung aller ding unschedlich sein so lang und
vil, bis sie desselben ires vatterlichen oder mütterlichen guts völlige
bezalt vergnügt und endtlich habhaft werden, one undterschiedt, ob ir
vatter und mutter in verdingter oder versambter heirat gesessen werden.
Und begeh sich, das der man mit todt abgieng und kinder aus erster
ehe, auch seine ander ehegenossen oder desselben in anderer ehe er-
zeugte kinder hinter ime verlies, was sich dan erfindet, das ime das-
selbig sein anderer ehegenoss zugebracht oder in werender ehe in erbs
oder anderer weis uberkomen het und noch vor äugen were, das alles
sol unverhindert der kinder aus erster ehe demselben im leben bleiben-
dem ehegenossen oder seinen in anderer ehe erzeugenden hindern volgen
und zugestelt werden. Herwiderumb was der kinder aus erster ehe er-
lebten mütterlichen guts, so der verstorben ir vatter in Verwaltung und
gebrauch gehabt, noch vorhanden und gefunden wurdt, das sol inen
auch unverhindert der stieffmutter und stieffgeschwistergit one mittel
verfolgen und bleiben. Wer aber, das solche der kinder aus erster
ehe mütterlich gut gar oder zum theil nit vorhanden, desgleichen an
des andern ehegenossen zugebrachten gut auch Mangel oder abgang
erschiene, also das es bederseits üf erstattung von der abbestorbnen
verlesenen hab und guetern stunde, dieselbigen aber so weit sich nit
erstreckten, alsdan sotten die hindere aus erster ehe bis zu völliger Ver-
gnügung ires mütterlichen guts der stieffmuter und den in anderer ehe
erzeugten stieffgeschwistergit furgezogen und vor inen ires mütterlichen,
guts bezalt und entricht werden. Jedoch sollen hie demselben andern

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