Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

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F. P. Bremer,

3. Das 4. Gesetz des XIII. Titels.
Von bestimmung versamenter habe unnd von Erbschafft derselben,
Aach dem genyeß oder beysitz an puß auß Eehafft, unnd von under-
schyedlicher bezalung der schulde, Auch von der Verheiratung zu dem
Andern mal, Von Erschafft der Kinder auß Erster und Andern Ee ge-
porn, un von gemeiner gewinnung in bestendiger Ee, un verwürckung
oder verliesung des kindßteyls.
Furgesamente habe soll gehaltn un verstanden werden, alle die
habe unnd gut, so dann bede Eelewt die leyb an leyb, un gut an gut
geheyrat habn auff die zeyt irs Eelichen beyschlaffens zu eynander
pringen, un alles das so sie in jr beder Eelicher versamnung samptlich
uberkommen und gewinne, Auch alles das, so Eelewte, die in ander
meynung unuerdingt oder mit geding der gäbe un widergabe der zu-
schetze oder heyratgut, unnd außnemen der eynßhandt in irer beder
leben, in jr beder gesampte handt erkawffen oder schreiben lassen, und
dergleychen, und das söllichs, wo es nit verbriefft würde, durch völlig
persönlich weysung mag beypracht werden, und nach dem jr yedes in
der Ee an söllicher jr beder versameter habe und gut den halben teyl
hat, So erben jr yedes leyblich erben in absteygender Linien den ganzen
versamenten des abgegangen teyl, oder wo die nit vorhanden weren,
so erben ander erben nach lawt des Dritten gesetzs under dem zwelfften.
Tittel, Doch also, das das bleybent der Ee, so lang und es seins wittib-
stuls unuerrückt bleybet, seinen genyeß dauon mit erziehung, hin-
pringung, unnd außsteurung geystlich oder weltlich des abgegangen
verlassen Kindern, ob es die alßdann ließ, un auch mit angreyffung
desselbn auff die Eehafft haben soll, wo es aber den wittibstul verrückte,
und leyblich erben in absteygender Linien verließ, so soll es denselben
erben söllichs irs anerstorben Erbteyls abtretten un volgen lassen, Aber
gegfi allen andern erben in auffsteygender Linien oder auff die seyten
verwant, soll es in vorgemelter meinung seinen beisitz daran habn,
Will aber daß selb bleybent der Ee sich von den Kindern teylen des
sol es zethun macht habe, un darauff nicht schuldig sein, die selbft seine
Kinder verrer mit Cost und ander notturfft zeuersehen, Doch das es den
Kindern, so sie unmündig oder under jren vogtparen jaren werenumb
Vormundt jnen zügeben bey einem Rate, oder den Vormündern Wittib
ufi waisen anrüffen soll, un darzu mit der bescheydenheit, wo das ab-
gegangen auff die zeyt seins abgangs icht schuldt schuldig were, die es
vor söllicher versamnung gemacht hett, so sölt die selb verlassen schuldt
von besönder seiner verlassen habe, oder ob daran gepruch erschyne,
von seynem halbteyl der versamnung bezahlt werde, Was aber schuldt
nach söllicher versamnung der gemeinen habe und beständiger Ee ge-
macht würdt, die soll von gemeiner habe und gut von der versamnung
herrürende außgericht werden, Es were dann das von der selben Eelewt
einen so redlich unnd gegründt ursach fürpracht würden, warumb daß-
selbig für das ander zebezalen nit schuldig sein vermeinte, das soll alß-
dann steen zu erkandtnuß der urteyler. Unnd so sich begebe das das

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