Volltext : Ideen zu einer erneuerten Kritik der Vernunft - Kritik der Urtheilskraft (Theil 1)

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denn  doch  noch  ein  vermittelndes  Drittes  seyn  müssen,  welches -
  den  Einflufs  dieser  Begriffe  auf  den  Willen  hinüberleitet;
und  diess  eben  findet  man  im  Gefühle.  Die  Vernunst  unterscheidet -
  eben  so  wohl  zwischen  roth  und  grün,  zwischen  rund
und  viereckig  u.  s.  w.,  warum  aber  folgt  aus  diesen  Unterscheidungen -
  nichts  für  die  Willensbestimmung  (ausser  wo
das  Gefühl  binzutritt,  das  eine  oder  andere  der  Unterschiedeneu -
  angenehm  oder  unangenehm  zu  machen)?  warum  folgt
aus  dem  Unterschiede  von  roth  und  grün  nicht,  dafs  das  Rothe
begehrt,  das  Grüne  verabscheuet  wird?  —
Wollten  wir  die  unzähligen  Versuche,  diesen  Uebergang
zu  erklären  und  zu  überbrücken  durchgehen,  wir  würden  nie
weder  Anfang  noch  Ende  finden;  am  allgemeinsten  leiden  alle
an  dem  einfachen  Fehler,  dafs  sie  das,  was  sie  erklären  sollen, -
  beständig  als  erklärt  voraussetzen,  und  somit  um  gar
nichts  weiter  kommen.  Diess  können  wir  an  einigen  der
hauptsächlichsten  zeigen,  wie  sie  nus  besonders  die  neuere
Philosophie  darbietet.  So  finden  wir  z.  B.  von  M.  Mendelssohn -
  ?)  diese  Vermittlung  zwischen  Vernunft  und  Willen  als
einen  Vernunftschluss  dargestellt,  dessen  Obersatz  wäre:  wir
sehnen  uns  nach  dem,  was  gut  ist,  der  Untersatz:  dieser  Gegenstand -
  ist  gut,  und  der  Schlufs:  daher  müssen  wir  uns
nach  ihm  sehnen.  In  dem  Obersatze  sollen  alle  Menschen
übereinstimmen,  und  nur  im  Untersatze  nach  Verschiedenheit
ihrer  Bildung  und  Ansichten  auseinandergehen.  —  Den  Obersatz -
  nun,  und  die  Uebereinstimmung  aller  Menschen  in  demselben -
  könnten  wir  ohne  Zweifel  zugeben,  wenn  man  unter
demselben  nichts  weiter  als  einen  identischen  Satz  verstehen
will,  der  mit  andern  Worten  etwa  hiefse:  gut  nennen  wir  den
Gegenstand  unseres  Strebens  oder  Sehnens,  oder:  das  was
wir  erstreben,  nennen  wir  gut.  Dann  aber  bleibt  noch  eben
*)  Ueber  die  Empfindungen,  in  s.  phil.  Schriften  Bd.  I.  S.  46.
Sclunidt  Ideen.  I.  Bd.
dungs
-Planck-Institut  f
            
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