Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 58 (1914))

6.27. Kaufmann, Schadenverhütendes Wirken in der deutschen Arbeiterversicherung

248

Literatur.

Dem Heymannschen Verlag ist es vergönnt gewesen, als erster
«inen großen Kommentar zu allen in der RVO. vereinigten Materien
auf den Markt zu bringen. Die Aufnahme dieses Werkes seitens der
Kritik war eine äußerst günstige. Sofort nach dem Erscheinen mußten
auch von mehreren Bänden neue Ausgaben veranstaltet werden. Dieser
Erfolg ist nicht weiter erstaunlich, wenn man berücksichtigt, daß sich zu
dem Zustandekommen des Werkes Männer zusammengetan haben, die
seit Jahren in der Praxis der Arbeiterversicherung stehen und die, wie
Geheimrat Hoffmann, auch in der versicherungsrechtlichen Literatur seit
langem wohl bekannt und geschätzt sind. Es sei hier noch darauf hin-
gewiesen, daß nicht etwa nur die Gesetzesmaterialien verarbeitet, sondern
die Rechtsprechung und Literatur zu den bisherigen Versicherungsgesetzen
«ingehend berücksichtigt worden sind. Denn die RVO. hat nicht völlig
Neues geschaffen, vielmehr im wesentlichen auf dem bisherigen Rechte
weitergebaut. Der Kommentar hat daher ein anderes Aussehen, als
die sonst bald nach Erlaß eines neuen Gesetzes gewöhnlich auf dem
Markte erscheinenden Bearbeitungen. Dr. v. Olshausen.

27.
Schadenverhütendes Wirken in der deutschen Arbeiterverslchernng. Von
Dr. jur. et med. h. c. Paul Kaufmann, Präsident des Reichs-
versicherungsamts. Berlin 1913. Franz Vahlen. (M. 4,—.)
Das Wesen jeder Versicherung liegt darin, eintretende Schäden
gewiffer Art nach Möglichkeit auszuzleichen. So hat auch die Ent-
schädigung als Versicherungszweck in den Anfängen der deutschen
Arbeiterversicherung in erster Reihe gestanden. Erst nach und nach
brach sich die Überzeugung durch, daß die letzten Ziele dieser
Versicherung nicht in der Überwindung von Schadenwirkungen gipfeln,
daß die höchste Aufgabe der sozialen Versicherung nicht in der Ge-
währung zahlreicher und hoher Renten zu erblicken, daß vielmehr noch
wichtiger die Verhütung oder wenigstens möglichst vollkommene Heilung
der Schäden ist. Die Erfolge, welche auf diesem Gebiete vorbeugender
und schadenverhütender Arbeit die Versicherungsträger erzielt haben,
sind der Allgemeinheit noch zu wenig bekannt. Und doch ist gerade
dieser Zweig der Sozialversicherung geeignet, falsche und ungerechte
Beurteilungen der Arbeiterversicherung in das richtige Licht zu setzen.
Die Schrift des Präsidenten des Reichsversicherungsamts, der sich in
den letzten Jahren schon mehrfach in Vorträgen mit dem vielverzweigten
schadenverhütenden Wirken in der deutschen Arbeiterversicherung befaßt
hat, will dem großen sozialen Friedenswerke neue Freunde zuführen.
Der Verf. behandelt zunächst die Krankenversicherung, dann die
Unfallversicherung, und zwar die Unfallverhütung, die erste Hilfe bei
Betriebsunfällen, das berufsgenossenschaftliche Heilverfahren in der
Wartezeit und die Arbeitsvermittlung, schließlich bei der Invaliden-
versicherung die Heilfürsorgebestrebungen im allgemeinen, die Tuber-
kulosebekämpfung, Wohnungsfürsorge usw. Die vorbeugenden Maß-
nahmen und Wohlfahrtsbestrebungen der Versicherungsträger, ihre ge-

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