Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 58 (1914))

6.25. Brecher, Versicherung auf fremden Tod

6.26. Hanow-Hoffmann-Lehmann-Moesle-Rabeling, Kommentar zur Reichsversicherungsordnung

Brecher, Versicherung auf fremden Tod.

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tragungSbewilligung und der Berichtigung deS Grundbuchs beschäftigen
— etwas zu weit gegangen wäre und als ob man in das Gesetz etwas
hineintrüge, was ihm fern liegt. Gewisie formelle Anforderungen muß
es stellen, aber der Verkehr soll nicht über Gebühr und mehr, als eS
die Sicherheit erheischt, belastet werden. Diesen Anschauungen möchte
im wesentlichen das entsprechen, was Vers, zu jenen Bestimmungen aus-
führt. Wenn er auf S. 242 ff. gegen das RG. sich wendet, das in
der Einigung auch die durch § 19 GBO. vorgeschriebene Eintragungs-
bewilligung findet, und wenn er somit einen formelleren Standpunkt
einnimmt, so verkennt er doch nicht, daß die Einigung im Sinne de-
RG. aus gelegt werden könne. Regelmäßig wird diese Auslegung
zulässig und geboten sein. Die Meinungsverschiedenheit ist daher nicht
allzugroß. — Zn der viel behandelten Frage der befreiten Vorerbschaft
wahrt sich Verf. dem Anstürme derer gegenüber, die die ältere Recht-
sprechung bekämpfen zu müssen glaubten, seine eigene Meinung. Er
will an ihr festhalten und seine Ausführungen (540 ff.) sind durchaus
beachtenswert, wenn auch m. E. die neuere Judikatur, die jenem An-
stürme bis zu einem gewissen Grade gewichen ist, kaum zu erheblichen
Mißständen führen wird. — Dankenswert ist der Anhang, der eine
Übersicht über die Vertretung juristischer Personen im Grundbuchverkehre
für Preußen bietet. Ein Sachregister erleichtert die Benutzung des
Werkes. — Schließlich möchte ich dem Wunsche Ausdruck geben, daß
auch der materielle Teil des Liegenschaftsrechts, der im ersten Bande
durch Fuchs eine ausgezeichnete Bearbeitung gefunden hat, im neuen
Gewand erscheine. _ Predari.

25.
Versicherung aus fremden Tod. Von Or. Bernhard Brecher, Hof» und
Gerichtsadvokat in Wien. Wien 1912. Manzsche Verlagsbuchhandlung.
(Kr. 3,50.)
Der Verf. untersucht in eingehender rechtsgeschichtlicher und rechts-
vergleichender Darstellung das Institut der Versicherung auf den Tod
eines anderen. Für das neue deutsche Recht hält er zu einer solchm
Versicherung außer der schriftlichen Einwilligung des anderen (§ 159
25*5®.) noch ein vermögensrechtliches Zntereffe des Versicherungs-
nehmers für erforderlich, da sonst der Vertrag gegen die guten Sitten
^ BGB.). Gegenüber dem klaren Wortlaute des § 15$
4545®. wird die allgemeine Aufstellung eines solchen weiteren Erforder-
nrffes mcht gebilligt werden können. Es wird auch von den Kom-
mentatoren abgelehnt. Für das Zukunstsrecht empfiehlt B. das grund-
faßliche Verbot jeder Fremdversicherung.
Naumburg a. S._Dr. F. Krech.

26.
Kommentar zur Nrichsverstcherungsordnung. Herausgegeben von Hanow,
Hoffmann, Lehmann, Moesle und Rabeltng. Berlin 1911—1913.
Carl Heymanns Verlag.

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