Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 58 (1914))

5.1.6. Der kataster- und grundbuchmäßige Bestand eines Grundstücks ist dann nicht für den Umfang des Erwerbes maßgebend, wenn bei der Auflassung der Wille beider Teile nur auf einen geringeren Bestand gerichtet war

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Einzelne Rechtsfälle.

aber, daß eine Einschränkung hinsichtlich der Art des zu ersetzendem
Schadens nicht beabsichtigt war (Mugdan Materialien 2, 1148 f.)...

Nr. 6.
Ler Kataster- und grundbuchmäßige Lestand eines Grundstücks Ist dann
nicht für den Umfang des Erwerbes maßgebend, wenn bei der Austastung,
der Wille beider Teile nur auf einen geringeren Urständ gerichtet mar.
BGB. § 892.
(Urteil des Reichsgerichts (V. Zivilsenats) vom 9. Juli 1913 in Sachen B.,
Klägers, wider L., Beklagten. V. 116/13.)
Die Revision des Klägers gegen das Urteil des preußischen
Oberlandesgerichts zu Breslau ist zurückgewiesen.
Tatbestand:
Im Januar 1893 war Eigentümer des Grundstücks B. Nr. 49,
das von der B-- bis zur G.straße sich erstreckte, ein Kaufmann Her-
mann B. Das Grundstück umfaßte nach seiner Zurückführung auf
das Kataster die Flächenabschnitte Kartenblatt 7 Nr. 257/102 von
9,80 a (Wohnhaus und Hosraum an der B.straße) und Kartenblatt 7
Nr. 253/111 von 21,50 a (Dampfmühle und Speicher an der G.-
straße).
Die Teilung und die Größenangaben beruhten auf einer Messung,
die der Feldmeffer H. in den Jahren 1856/8 nach Maßgabe der
damaligen Benutzung (Hosraum und Acker) vorgenommen hatte.
B. ließ zwecks gesonderter Belastung die zweite Parzelle, zu-
folge eines Antrags vom 7. Januar 1893, abschreiben und auf das
neue Grundbuchblatt 426 übertragen. Durch Kaufvertrag vom
14. November 1895 und Auslastung vom 17. Dezember 1895 er-
warb dieses Grundstück der Spediteur Wilhelm S., später durch
Austastung vom 1. Dezember 1897 der Spediteur Wilhelm G., von
diesem durch Vertrag vom 1. Juli und Auflassung vom 30. Sep-
tember 1902 der Kläger. Zu dieser Zeit hafteten auf dem Grund-
stücke 90 000 M. für die Preußische Bodenkreditaktienbank, die dann
noch 20 000 M. (Nr. 5, 6) hergab.
Das Stammgrundstück (Bl. 49) ging durch Kaufvertrag vom
23. Oktober 1895 und Austastung vom 9. Dezember 1895 auf einen
Kaufmann Nathan G. und von diesem durch Austastung vom
1. August 1896 auf eine Firma H. u. St. über. Durch Zuschlags-
bescheid vom 13. Januar 1898 erwarb es der Beklagte.
Die Grenze der beiden Grundstücke wurde seit den Verkäufen.

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