Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 37 = H. /73/74 (1831))

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existiren nur Verzeichnisse über die Personen, welche hy-
pothekarische'Darlehne aufnehmen. Ein Grundbesitzer,
welcher dergleichen nicht contrahiren will, hat mit ihr
nichtö zu thun.
Die Hypotheken verjähren nach dieser Verfassung
binnen 10 Jahren. Wer also ein Hypothekeninstru-
ment einlöst, kann sich, wenn er den Ablauf dieser
Frist abwactet, die Mühe, die Löschung auszubringen,
ersparen.
Der Abschriften sind wenige, das Verfahren ist ein-
fach, fast nur mechanisch, und die Vertretungsverpflich-
tung des Hypothekenbewahrers fast nur auf richtige und
genaue Eintragung dessen, was die Partheien ihm vor-
schreiben, beschrankt.
Mit Käufen und Verkäufen hat er gar nichts zu
thun. Von einem Hemmniß der Naturaltheilungen
kann also nicht die Frage seyn.
Die Sicherheit, welche diese Verfassung gewährt, ist
allerdings viel geringer als bei unserer Hypothekenein-
richtung. Da indessen der Besitz eines Grundstücks eine
der Regel nach manifeste Thatsache ist, welche sich in
den Rheinlanden überdies durch die Gcundsteuerregister
leicht feststellen läßt, da ferner die Hypotheken unter
einander nach der Zeit ihrer Entstehung rangiren, die
Auszüge, welche der Hypothekenbewahrer auf Erfordern
zu «Meilen verpflichtet ist, den Betrag, wenn auch nicht
der auf dem verpfändeten Grundstück ruhenden Hypo-
theken, aber doch derjenigen, für welche der Schuldner
verhaftet ist, ergiebt, die zehnjährige Präscription über-
dies die älteren Verwickelungen der Regel nach löst, und
endlich fälschliche Verpfändung fremden Eigenthums,
und sogar die Verschweigung der legalen stillschweigen-
den Hypotheken als Betrug bestraft wird, so erscheinen
die Sicherheiten für den Gläubiger in Betrachtung der
Einfachheit der ganzen Einrichtung noch immer groß
genug. Verbesserungen sind überall und so auch hier
möglich. Für eine solche würde ich die Aufhebung der
stillschweigenden gesetzlichen Hypotheken rechnen,'welche,
da unsere Gesetzgebung dergleichen, bis auf einige un»
erhebliche Ausnahmen nicht kennt, schon durch Einfüh-

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