Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 37 = H. /73/74 (1831))

119

Entscheidung am häufigsten gerade an den ybjectiven.
Thatbestand und die Act und Weise seiner Feststel-
lung angeknüpft zu werden pflegen und hierin ein Grund
mehr liegt, alle Qualitäten des Richters, die erfordert
werden, um seine Verhandlungen als vollgültig anzu-
nehmen, vorzüglich bei Obductione« zur Bedingung zu
machen. Ueberhaupt enthält eine jede gerichtliche Ver-
handlung das amtliche Zeugniß des Richters, daß das.
jenige wovon das Protokoll handelt, sich, so wie es nie-
dergeschrieben, ereignet, daß derjenige, welcher in dersel-
ben eine Erklärung abgegeben, sich so wie sie niederge-
schrieben, geäußert hat. Steht daher der Richter mit
einer Persorr, welche vor ihm erscheint, in einer solchen
Verbindung, welche seine Glaubwürdigkeit als Zeuge
hindert, so hat auch die von ihm aufgenommene gericht-
liche Handlung keinen vollen Glauben; dieß scheint uns
so klar in der Natur der Sache zu liegen, daß es ei-
ner besonder« gesetzlichen Bestimmung darüber gar nicht
bedarf.
Sonach sind wie der Meinung:
daß die Vorschrift des §. 13. Tit. 3. Th. IH.
Allg. Ger. Ordn. auch auf den Untersuchungs-
richter und die bei einer Obduction zuzuziehenden
Aeczte zu beziehen sey, und daß, wenn in einem
Falle, dieser Vorschrift dennoch entgegen gehan-
delt worden, die Verhandlung ihre volle Beweis-
kraft verliere.
Es können zwar Fälle eintreten, in denen der Man-
gel dieser Beweiskraft nicht von wesentlichem Einflüße
ist und die Anwendung der ordentlichen Strafe nicht
hindert, z. B. bei dem Verbrechen deS Mordes, wo die
Momente auf die es allein ankommt, nämlich: die in
der Absicht zu tödten zugefügte Verletzung und der dar-
auf (der Zeit nach) erfolgte Tod des Verletzten auch
anderweitig und abgesehen von dem Obductionöbefunde
festgestxllt sein können, (Rescr. v. 26. April 1810. Ma-

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer