Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 3 = H. 5/6 (1814))

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die in den §§. 66, 67 und 68 gemachten Einschränkungen auf
die hier bezeichneten Testamente angewandt werden müssen.
§. 75- 1
Die im französischen Gesetzbuchs sogenannten holographi-
schen Testamente behalten die Begünstigung des vorstehenden
§., nur noch auf die nächsten sechs OAonate, vom Tage der
Publication dieser Verordnung angerechnet, nach deren Ver-
lauf ste gar keine fernere Gültigkeit haben.
° ' §• 74-
Oie von btt fremden Legislation, der äussern Form nach,
privilegirten Testamente dermalen noch lebender Testatoren
und zwar der Miliiaic-Personen und Seefahrer, immaaßen
die beiden andern Arten derselben hier gor keinen Betracht
erfordern, behalten nur für die bei Publication dieser Verord-
nung noch nicht geendigte Abwesenheit ihrer Verfasser ausser-
halb Landes und, wie sich von selbst versteht, nur auf die ih-
nen, durch die französischen Gesetze, bestimmte Frist, so wie
unter den Modistcationen der Hp^on 66., 67. und 68. dieser
Verordnung, ihre Gültigkeit. c
§ 75*
Wegen der Publication und des weitern Verfahrens bei
den in den tzpbis 72. , 73. und 7^. erwogenen verschiedenen
Testamente, stndet die Vorschrift des §phi 70. völlige An-
wendung.

§. 76.
Testamente, welche etwa während der UnterbrechungSzeit
von Personen, die zur Zeit der wiederhergestellten Würksam-
keit der alten Legislation noch lebten, mit den äussern Formen
dieser letzterwähnten Legislation errichtet, haben zufolge des
66. dieser Verordnung.keine Gültigkeit, mit Ausnahme
des einzigen im folgenden §pbo berührten Falles.
' § 77.
Solche Testamente nemlich, welche feit dem Monat März
des Jahrs igrZ in denjenigen einzelnen Aemtern und Gerich-
ten, wo die alte rechtmäßige Verfassung bald mit gänzlicher,
bald mit theilweiser Entfernung der fremden Autoritäten Platz
nahm, in dieser ausserordentlichen Zwischen-Periode errichtet
wurden, sollen in ihren äussern Förmlichkeiten, je nachdem
man die Absicht des Disponenten dabei wahrnimmt, sich dem
alten oder dem neuen Recht unterwerfen zu wollen, nach dem
einem oder dem andern beurkheilt werden, der Testirer mag
.bereits verstorben feyn oder nicht. Auch der wesentliche In-
halt wird auf solche Weise nach dem einen oder andern Recht
normirt, es sey denn, daß der Disponent allererst nach Be-

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