Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 3 = H. 5/6 (1814))

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ken Vermögens-Verwaltungen, Sequestrationen und Confisca-
tionen, werden als^oull und nichtig cassirt» Oie rechtmäßigen
Eigenrhümer des Vermögens sollen nicht verbunden seyn, die
Handlungen der angeordnek gewesenen Administratoren gelten
zu lassen und eS. wird den erstern kraft dieses, ein uneinge-
schränktes DindicationS-Nechk gegen jeden Besitzer ihrer confis«
cirt gewesenen Güter und Sachen, verliehen. Oafern indessen
solche Güter sich bereits in den Händen gutgläubiger dritter
Personen befinden sollten, bleibt diesen unbenommen, sich an
ihre lurores zu regresfiren.

8, Ehen,' Eheverlöbnifse und Eheschei-
dung - Grü nde.
tz. 35.
Alle, während der Herrschaft der fremden Gesetze nach
deren Vorschriften unter Christen eingegangene Ehen, werden
für legitim erklärt. Sollten darunter einige nur in bürgerli-
cher Contracts-Form vollzogen, die priesterlichen Einsegnungen
nach den christlichen Neligionügebrauchen der Conträhenten
ober, auögesetzt geblieben seyn, so haben die Seelsorger deren,
baldigste Nachholung zu veranlassen und werden die Consisto-
rien desfalls der Geistlichkeit die nöthigen Instructionen zufek-
rigen. Sollte auch der Fall eintreten, dnß wahrend der Un-
terbrechungszeit eheliche Verbindungen durch priesterliche Ein-
segnung geschlossen, der nach den sremden Gesetzen erforderli-
che Civilact aber dabei unterblieben, so sind solche Ehen für
vollkommen gültig zu halten. ^ In Beziehung auf die, wäh-
rend der Unterbrechungszei't etwa zwischen Christen und jüdi-
schen Glaubensgenossen eingegangenen Ehen, bleiben die. Ln
vorkommenden besonderen Fällen, ersord-rlichen Verfügungen,
Vorbehalten. r .
tz. 36.. '
Waren bei Endigung der UnLerbrechungSze'k, Behufs der
schließenden ehelichen Debindungen nur Sie Aufgebote ge-
schehen, auf Veranlassung derselben. Oppositionen eingelegt,
darüber rechtskräfrig entschieden und sonst weiter verfahren,
aber die eigentliche Civilstands-Acte, oder die pricllerlichen Ein-
segnungen, noch nicht hinzugetreten, so sind bei solchen Ehen
alle Erfordernisse und Formen nach Unseren Gesetzen zu be-
stimmen.
^ § 37-
Ehsverlöbnisse, welche in den verschiedenen Landesprovin-
zen in der daselbst durch altere Verordnungen vorgeschriebe-
nen Form, vor Eintritt der Unterbrechungo-Periode geschlossen
worden, begründen auch noch jetzt eine Klage auf Heirathtz-
Dollziehung und zwar selbst dann, wenn sie mit Bezug auf
1814. £eft r. P

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