Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 3 = H. 5/6 (1814))

§. IO.
Dagegen ist jeder Dorfbewohner dem Gutsherrn,
insbesondere als Inhaber der Civil-und Polizeygerichts-
barkeit, so lange noch hierunter keine audere Einrichtung
getroffen worden ist, alle Folgsamkeit und pünktlichen
Gehorsam fernerhin zu beweisen schuldig, und deshalb
auch hinführo verbunden, sich mittelst Handschlag dazu
ausdrücklich zu verpflichten.
§. ir.
Es ist daher auch jeder Dorf-Einwohner, welcher,
insofern er aufgehört hat, erbunterthänig zu seyn, seinen
Wohnort verlassen will, um sich sein Unterkommen im
Lande, anderwärts zu suchen, den schon bestehenden Po-
lizey-Gesetzen gemäß verbunden, das zum Ausweis feiner
Unverdächtigkeit erforderliche Zeugniß bei dem Gutsherrn,
als Inhaber der dcrmaligen Polizey-Gerichtsbarkeit des
Orts, den er verlassen will, nachzusuchen.
' ' ' §. 12. ■ •
Die wechselseitigen Rechte und Pflichten der Dienst-
Herrschaften und des Land-Gesindes, müssen, auch hin-
führo nach den bereits bestehenden Vorschriften des All-
gem. Landrechts Th.H. Tit. V. insoweit solche auf das
Land-Gesinde Anwendung finden, beurtheilt werden. In
Rücksicht des den Gutsbesitzern gegen faules, unordent-
liches und widerspenstiges Gesinde zustehenden Züchti,
gungsrechts, soll es auch vor her Hanö bei den gesetzli-
chen Bestimmungen des allgemeinen Landrechts Thei II.
Tit. VII. §. 227. bis 230. und des §. 125. im ersten

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