Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 55 = H. 109/110 (1840))

466

es wird ihm für jeden Diensttag, bei eigener Kost, drei
Groschen abgerechnet.
§. 48.
Dient der Einlieger das Schußgeld ab, so verlangt
die Herrschaft nicht, daß er den Dienst in der Erndte ab-
leiste, und sie will selbigen nur in den übrigen Zahreszei-
ten, jedoch in An- und Abzug so, wie die übrigen Unter-
thanen haben.
§. 49.
Die im Dienst der Gemeinde stehende Personen, als
Pfänder, Hirten und Nachtwächter, sind zwar gleichfalls
als Einlieger zu betrachten, allein sie sind von Entrichtung
des Schutzgeldes und Leistung der Naturaldienste befreiet.
§. 50.
Altentheils-Leute dienen nicht, geben auch kein Schutz-
geld, weder für sich, noch für ihr Gesinde, jedoch ist das
Gesinde des Altentheilsmannes nur auf den Fall von
Schutzgcld frei, wenn solche Altentheilsleute sich Gesinde
halten, die sich selbst nicht Pflege und Wartung geben
können.
§. LI.
Hat der Unterthan ohne Konsens der Obrigkeit einen
Einlieger ausgenommen, so ist er straffällig, und er muß
in diesem Fall für das Schutzgeld und die Dienste der
Einlieger haften. Eben so ist er schuldig, der Gerichtsherr-
schaft davon, wenn der Einlieger wegziehcn will, Anzeige
zu thun, und er muß, auf Ordre der Obrigkeit, dessen Sa-
chen so lange an sich behalten, bis derselbe das Schutzgeld
bezahlet. rc.

L.
Extrakt aus dem Urbario von Leqde, de anno
1795.
, Tit. IV. Von Entstehung der Unterthänigkeit
und deren Folgen.
§.26.
Leute, die sich im Dorfe miethsweise aufhalten, und
keine eigene Häuser haben, werden Einlieger genannt, und

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer