Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 55 = H. 109/110 (1840))

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in Verträgen, theils in der Verjährung und dem Herkom-
men seinen eigentlichen Grund hat. Die Erfahrung und die an-
liegenden Berichte beweisen dies hinlänglich; namentlich er-
wähnen die Zustizräthe Riem und Busch, daß in der
Ukermark das Schutzgeld weniger häufig vorkommt, als in
den übrigen Theilen der Mark, und der re. R i e m und der
Direktor Wehrmann bemerken, daß die Einlieger meh-
rerer Dörfer weder Schutzgeld, noch Schutzdienste entrichten.
Zn Matthis Monatsschrift Bd. 3. S. 50. §. 100.
wird sogar des Schutzgeldes nur von den Einliegern in der -
Priegnitz erwähnt, und dennoch ergiebt der Bericht des Z u-
stizamtmann Kunz, daß auf den Gütern, wo er die
Justiz verwaltet, eine Abgabe unter dem Namen Schutzgeld
entweder gar nicht entrichtet wird, oder erst neuerlich durch
Verträge ringeführt worden ist, ungeachtet diese Güter
sämmtlich in der Priegnitz belegen sind.
DerStadtrichter Nernst und Zu stizrath Stcin-
beck machen ferner noch einen speziellen llnterschied, je nach-
dem die Einlieger in den Häusern der Gulsherrschast, oder
bei den Bauern und Grundbesttzern wohnen. Sie führen
Zudikate an, wo im letzter» Falle der Gutsherrschaft die
Bcfugniß, Schutzdienste und Schutzgeld zu fordern, abge-
sprochen worden ist, und haben die Bemerkungen in Mül-
ler's pract. March, lies. 99. No. 8. für sich. Zn den
uns vorliegenden Akten, in welchen über die Verpflichtung
zur Entrichtung von Schutzgeldern gestritten worden, kommt
ein solcher Unterschied nicht vor. (Das von dem :c. Stein-
beck allegirtc Zudikat in Sachen von Eckenbrecher contra
die Einlieger und Büdner ja Guten Paaren ist in unserer
Registratur nicht zu ermitteln gewesen.)
Die Akten, betreffend die Ausarbeitung des Märkischen
Provinzialrechts, enthalten zwar die Bemerkung der Kur-
märkischen Stände, daß ein Einlieger im weitern Sinne
des Worts jeder sei, der im Gute, und im engeren Sin-
ne derjenige sei, welcher bei einem Dorfsunterthan zur Mie-
the wohne. Es ist hiebei jedoch kein Unterschied in Absicht
der Verpflichtung zur Entrichtung des Schutzgeldes gemacht
worden. Dagegen hat das ehemalige Altmärkische Ober-
gericht bemerkt:
„Von Einliegern, welche bei den Bauern zur Miethe

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