Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 50 (1906))

8.35. Petersen, Willensfreiheit, Moral und Strafrecht

8.36. Stenglein, Lexikon des deutschen Strafrechts. Supplement

204

Literatur.

ursachung. Es ist daher, wie mir scheint, durchaus zutreffend und
angebracht, die schuldhafte Verursachung gegenüber der nicht schuld-
haften, aber noch adäquaten als die vorwiegende zu bezeichnen, und
wenn, was den regelmäßigen Anwendungsfall des § 254 bildet, schuld-
hafte Verursachungen einander gegenüberstehen, von demjenigen, für den die
größere Voraussehbarkeit oder bei dem allein Voraussicht des Erfolges
vorlag, zu sagen, daß vorwiegend er diesen Erfolg verursacht habe.
Der Fall absichtlicher Herbeiführung eines Erfolges durch Setzen einer
inadäquaten Bedingung scheidet aus, weil es hier an einer Verursachung
im Rechtssinne fehlt.
So mag dann eher im § 254 als in den §§ 287 u. 848, oder
in den drei Paragraphen zusammengenommen ein Beweis dafür ge-
funden werden, daß die Theorie der adäquaten Verursachung die vom
BGB. gebilligte ist. Jeß.

33.
Lexikon des -rutschen Strafrechts. Nach den Entscheidungen des Reichs-
gerichts zum Strafgesetzbuchs zusammengestellt und herausgegeben von
Di'. M. Stenglein, weil. Reichsgerichtsrat a. D. Supplement ent-
haltend die Entscheidungen seit Erscheinen des Hauptwerkes bis 1903.
Bearbeitet von F. Galli, Reichsgerichtsrat a. D. Berlin 1904. Otto
Liebmann. (M. 4,50, geb. M. 6,50.)
Die bei Anzeige des trefflichen und nun wohl allgemein geschätzten
und benutzten Hauptwerkes ausgesprochene Hoffnung, es möge durch
eine schnelle Folge von Ergänzungsheften vor dem Veralten bewahrt
werden, hat sich erfüllt. Berücksichtigt sind der 31. bis 36. Band der
Entscheidungen und 46 bis 50 des Archivs für Strafrecht, sowie zahl-
reiche in der Auristenzeitung veröffentlichte Entscheidungen. Das Werk
ist ganz im Sinne und im engen Anschluß an das Hauptwerk bear-
beitet. Zahlreiche Verweisungen erleichtern den Gebrauch dieses für den
Besitzer des Hauptwerkes unentbehrlichen Supplements. Delbrück.

34.
Willensfreiheit, Moral und Strafrecht. Von Dr. Julius Petersen, Reichs-
gerichtsrat a. D. München 1905. I. F. Lehmanns Verlag. (M. 5,—.)
Vers, hat sich zur Aufgabe gestellt, eine möglichst erschöpfende Dar-
legung der für und wider den Determinismus sprechenden Gründe zu
geben. Dies ist ihm zweifellos gelungen. Die sehr gründlichen und
leicht faßbar geschriebenen, auf jahrzehntelangem Studium beruhenden,
Ausführungen werden jeden anregen und fördern, der sich einmal für
diese Fragen interessiert hat und den Mut hat, sich nochmals eingehend
damit zu beschäftigen. Verf. ist Determinist und führt natürlich aus,
daß diese Frage für den Kriminalisten weder äs lege ksrsnäa noch äs
I6g6 lata von Bedeutung ist. Ob er seinen weiteren Zweck erreicht,
weitere Kreise von der Richtigkeit des Determinismus zu überzeugen?
Zch bezweifle es. Das Zugeständnis, es handele sich bei der indeter-

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