Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 27 = H. 53/54 (1826))

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sind, und die dadurch stattfindende Ungewißheit und Un-
sicherheit der Wicthschafts-Rechnungen und Register,
den Beweis auch sogar in den seltnen Fällen, in wel-
chen in 40 oder auch in mehrern Jahren das Laude-
mium von einem Grundstücke dreimal wirklich bezahlt
worden ist, erschweren, ja oft ganz unmöglich machen;
B) Da jedoch nach dem Dorausgeschickten die Obser-
vanz der Erhebung der Laudemien sich schon aus
frühen Jahrhunderten ergiebt, so kann weder die
in Schlesien sonst geltende Sächsische Verjährungs-
frist von. 31 Jahren 6 Wochen und 3 Tagen, noch
auch die 40jährige des §. 649. seq., in Hinsicht
kommen.
6) Auch ist davon in der Königs. Cabinets-Ordre
vom 8. Novbr. 1804. nichts enthalten, noch auch
darauf Bezug genpmmen.
Hiernach erscheint es weder zu voreilend, noch
auch unbegründet zu sein, wenn die sich aus der nä-
hern Betrachtung des Gegenstandes hervorgehenden Re-
sultate also gestalten müßen:
I) Wenn die in Schlesien hergebrachten Laudemien, na-
mentlich auch der Descendenten in den Fursten-
thümern Schweidnitz und Jauer, keine Gerichts-Ge-
bären oder Sportuln sind; sondern eine Abgabe der
Erwerber der bäuerlichen Grundstücke an den Erb-
herrn oder die Grundherrschaft (nicht Gerichtsherr-
schaft) bei der Besitz-Veränderung; (grundherrschaft-
liche Regalien) wie bereits ausgeführt ist; so betref-
fen auch die in Bezug genommenen, und gegen die
Gerichts-Gebüren als solche, ergangenen Gesetze, na-
mentlich.
a) Die Sanctio pragmatica vom 10. April 1693.
b) Die Sportul-Ordnungen für die Schlesischen Ober-
Amts-Regierungen vom 4. August 1750. u. s. f.
. schon an sich die Laudemien ganz und gar nicht;
und können unmöglich als Verbots-Gesetze gegen
diese grundherrschaftlichen Regalien betrachtet wer-
den, und zwar um so weniger, als wohl nicht füg-
lich allein durch die Meinung des Fciedenberg im
§. 5. Cop. 24. des 2ten Buches und seinen daselbst

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