Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 27 = H. 53/54 (1826))

LI

adeo ab eo, qui ex lege agit, probandam
haud esse,
Berger Oeconomia Juris
Lib. I. Tit. IXVII,
welcher Meinung auch Carpzow und Schiltercheitreten.
C) Vorzüglich aber erscheint durch die Königl. Cabi-
nets-Ordke vom 8. Novbk. 1804. selbst der Nach-
weis in Betreff jedes einzelnen Grundstücks aus-
geschloffen zu sein, da sie. durchaus nicht von ein-
zelnen Orten spricht: mithin von der Orts,Obser-
vanz.
2) Was die Forderung des Beweises der in einer
Frist von 40 Jahren erfolgten dreimaligen Erhe-
bung der Laudemien von einem Grundstücke be-
trifft; so beruht diese Annahme
A) nicht sowohl auf einer Verwechselung von Gewohn-
heit und Observanz, welche allerdings unterschie- ■
den sind / sehr oft aber gleichbedeutend gebraucht
werden; sondern auf einer Verwechselung von Ob-
servanz und Gewohnheit mit der Verjährung-
Jn Folge dieser Verwechselung, hat man den
§. 649. Tit. 9. Thl. 1. des Landrechts aus der Lehre
von der Verjährung zum Stützpunkte, erwählt:
„Wenn Rechte, welche nicht alljährlich oder ge-
wöhnlich, sondern nur in gewitzen Jahren, oder
bei gewitzen Gelegenheiten benutzt werden können,
wenigstens zu drei verschiedencnmalen ausgeübt
worden; so werden sie durch einen Besitz von Vier-
zig Jahren erworben." .
Sollte dieser §. den Stoff der Entscheidung lie-
fern, so würde der Erweis einer dreimaligen Erhebung
der Laudemien von Desceudenten in -dem Zeiträume
von 40 Jahren in Hinsicht einer und derselben Besit-
zung dem seltenen Zufalls des Gewinnes des großen
Looses in der Lotterie gleichzustellen, gewöhnlich aber
gar nicht zu führen sein; da man nicht nur in der
Vergangenheit sich wenig mit Schreibereien überhäufte;
sondern auch der so häufige vorkommende Wechsel der
Ritterguts-Besitzer selbst, und ihrer Amtleute, welche in
der Regel mit der Einnahme der Laudemien beauftragt

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