Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 27 = H. 53/54 (1826))

278

c) Friedrich Wilhelm
Geschwister N. N. zu
Die letzter« stehen unter unserer Kuratel.
Der 26 2. gedachte Mitbesitzer Carl Friedrich
beabsichtigt, daS in Rede stehende Grundstück für sich
allein eigenkhümlich zu erwerben, womit auch die Witt,
we, und der sä hunc actum bestellte Vormund unserer
Kuranden einverstanden sind.
ES sind bei uns Zweifel darüber entstanden, ob
hier der Fall des §. 878. Tit. 18. Thl- II. 2f. L. R.
vorhanden sey, und das Grundstück ohne Subhastatio«
oder ohne Dispensation von dieser Förmlichkeit, dem
Carl Friedrich verkauft werden könne.
Die Majorität unseres Kollegii entscheidet sich für
die Zulässigkeit des Verkaufs ohne 'Subhastation und
ohne Dispensation aus dem Grunde: weil unsere Ku-
randen in der Eigenschaft als Repräsentanten ihres
verstorbenen Vaters zu den übrigen Mitbesitzern in dem
Derhaltniß als Miterben des Peter N. N. ständen,
folglich der Vormund der Vereinigung der majorennen
Miterben, wonach das Grundstück einem unter ihnen
allein zugeschlagen werden solle, beitreten müsse, der §.
578. eit. auch dem Ausdrucke Miterben eine Bezie-
hung bloß auf den Todesfall, welcher zur Einleitung
der Kuratel Anlaß gegeben, nicht ausdrücklich beilege.
Die Minorität dagegen ist der Meinung, daß der
Verkauf des Grundstücks nur durch Subhastation oder
mit Dispensation von dieser Form erfolgen dürfe, weil
der im §. 578. eit. gebrauchte Ausdruck Miterben
nur das Vechaltniß bezeichnen könne, welches durch
den Tod des unmittelbaren Erblassers der Kuranden
zwischen diesen und den übrigen concurrirenden Personen
entstanden, ein solches Verhältniß aber zwischen unser«
Kuranden und den majorennen Mitbesitzern des Grund-
stücks nicht vorhanden sei.
Bei der Erheblichkeit des Gegenstandes haben wir
nicht unterlassen wollen, Euer Epcellenz diese Zweifel
ganz gehorsamst vorzmragen, und bitten ehrerbietigst:
unö hochgeneigtest generaliter zu bescheiden,

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