Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 27 = H. 53/54 (1826))

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ein dem durch die Verjährung Verlierenden gegen
dieselbe gegebenes oder nachgelassenes beneficium.
Daher dormii praescriptio nach com. Recht, wenn
keine Gerichte e^ifftceii, wenn die Adventiticn der Kin-
der im väterlichen Gewahrsam sind, wenn Gegenstände
als Dotalsachen in den Händen deS Ehemanns sich be-
finden, nach dem Satze: agere non valenti non cur-
rit praescriptio.
const. 7- §- 4 Cod. 7- 39. — fr. 1. §. 2. D. 7.
40. — fr. 16. I). 23. 5. — Nov. 22. cap. 24.
— Tbibaut Pandect. Syst. §. 1024.
Daher ruhten nach gemeinem deutschen Rechte Verjäh-
rungen solcher Forderungen, die während des 30jährigen
Krieges nicht geltend gemacht worden waren.
. Reichsabschiev de 1654. §. 166.
Daher setzt endlich das Allg. Preuß. Landrecht fest:
„ Gegen den, welcher sein Recht zu gebrauchen
„oder zu verfolgen gehindert, oder welchem das
„rechtl, Gehör versagt wird, kann keine Verjäh-
„rung angefangeu werden; auch wenn ein sol-
„ ches Hinderniß im Laufe der Verjährung eintritt,
„wird die Fortsetzung derselben so lange unter-
„hrychen (sollte richtiger heißen: ruht so lange),
„als das Hindecniß dauert."
spricht also ausdrücklich immer nur von dem, gegen
welchen die Verjährung gerichtet ist, d. h, der durch die
Verjährung verlieren soll, und nimmt nur zu Gunsten
dieses Verlierenden ein Ruhen der Verjährung an.
A. L. R. I. 9. §. 516, 528, 529.
Ist aber sonach unleugbar, daß dormitio praescriptio-
nis nur zum Vortheil des durch die Verjährung Ver-
lierenden angenommen wird; so ist auch damit dar-
gethan, daß Jemand, der durch eine Verjährung ge-
winnen will, sich auf dies für den Verlierenden
und gegen den Gewinnenden gegebene beneficium
nicht berufen kann, daß mithin zum Dortheil des Präseri,
benten nicht angenommen werden darf, als hätten ser-
> vitutes discontinuae et non apparentes während der
Herrschaft des C. N. nur geruht.
Es mögte vielleicht hiegegen erinnert werden, daß

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