Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 9 = H. 17/18 (1817))

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„rung überzeugt (S. 27), baß gewiß nicht Cindrittel
„der Geschwornen die erforderlichen Eiuenschaften Le-
„sitzen-" Besonders belehrend und interessant ist die, auf
-eS Verfassers vieljähriger Erfahrung gegründete, Be-
schreibung, wie Jusiizmördenfch es im Deliberationszimmer
-er Geschwornen hcrgeht, und wie dort, nach S. 29,
noch ärger, als in den Vehmgerichten verfahren wirb.
Und doch giebt es Menschen, die schwachsinnig und ver-
blendet genug sind, ein solches Verfahren ein öffentliches
und das Preußische ein heimliches zu nennen, da doch bas
Jury-Verfahren das allergeheimste, allerheim»
lichste, wahrhaft nächtliches Verfahren ist, indem
in der Jurykammer ohne Beweisregeln, ohne Akten, ohne
Protokoll, ohne Lcffentlichkeit, ohne Verantwortlichkeit
und ohne Coutrolle nach Launen und Vorurtheil, oft
nach dem bloßen Wort eines Suadroneurs und Ränke-
machers, willkührlich über Leben nnd Tod gesprochen
wird, ja oft schon vor dem Verhör abgcsprochen ist.
Alle rechtlichen und unbefangenen Männer sehnen sich
daher nach der baldigen Erlösung von dieser scheußlichen
Anstalt, die nur ein Monarch einführkn konnte, „dem
„(S. 31) es bei den vielen Schlachtopfern im
„Felde gleichgültiger War, ob daheim einer
„mehr auf dem Blutgerüste ende, oder ob un«
„ter der großen Zahl von Schurken einige
„mehr ober weniger mit untertaufen." — Mx
Grausen über eine solche Anstalt, mit Bedauern, daß' sie
unter den Schwachen Anhänger findet, und mit herzli-
chem Dank für den braven Verfasser, der nicht nach du

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