Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 21 = 3.F. Jg. 1 (1877))

13.5. Das Urheberrecht an Schrift- und Kunstwerken, Abbildungen und Kompositionen, Photographien, Mustern und Modellen, nach deutschem und internationalem Rechte von Dr. R. Klostermann, Geh. Bergrath und Professor

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Literatur.

bloß, obgleich jene Ober-Tribunals-Entscheidungen sie hervorgerufen
haben, eine bloße Streitschrift ist, sondern daß sie die Frage auch be-
reits selbst eingehend erörtert und zu wichtigen, positiven Resultaten ge-
langt. Manches zwar mag der aufmerksame Leser finden, worin er dem
Verfasser zu folgen nicht geneigt ist. Vielleicht ist in einzelnen Punkten
die Beurtheilung (Verurtheilung?) der Savigny'schen Regeln etwas schroff.
Auch wir sind in Einzelnem mit dem Verfasser nicht einverstanden.
So scheint uns unter Anderem die Ausführung über den Fruchterwerb
(S. 31 Abs. 2 am Schluffe) nicht zutreffend, denn die Separation ist
generisch immer dieselbe (vergl. auch S. 47). So vermissen wir in der
Ausführung S. 48 im Eingänge das wirkende thatsächliche Moment,
welches nach Inkrafttreten des Gesetzes eingetreten sein soll, so daß
nunmehr die Verjährung als eine vollendete erschien. So ferner sind
wir mit der ebenda befindlichen Anwendung auf die durch Gesetz vom
2. März 1850 vorgesehenen und geregelten Verhältnisse nicht einverstanden,
der Verfasser übersieht dabei u. E. die Wirkung der erlöschenden Ver-
jährung in Verbindung mit dem Gesetze gegenüber dem bisherigen
Obereigenthümer bezw. Eigenthümer. Endlich hegen wir schwere Be-
denken gegen die Folgerung (S. l64), welche die Zuschreibung eines
Grundstücks als Zubehör zu einem anderen, sobald sie nach dem
1. Oktober 1872 geschehen, als eine rechtserzeugende Thatsache so wirken
läßt, daß das zugeschriebene Grundstück (nach § 32 des Ges.) nun auch
dem vor dem 1. Oktober 1872 eingetragenen Gläubiger eingetragen
wäre — die eigene These 1 des Verfassers auf die Thatsache der Ein-
tragung der Hypothek bezogen steht dem entgegen. —
Aber dergleichen in Einzelnem abweichende Meinung kann uns
nicht abhalten, das Buch jedem Juristen, dem Praktiker wie dem Theo-
retiker, zum eigenem Studium zu empfehlen. Mag der Leser schließlich
mit dem Verfasser einverstanden sein oder nicht, in dem Einen wird
er uns jedenfalls zustimmen, daß nicht allein die zwölf Thesen des
Verfassers mit logischer Schärfe gedacht und aufgestellt sind, sondern
daß auch von Anfang an die Spitze jedes Satzes in konsequenter Durch-
führung nach dem Ziele hingebogen ist, welches der Verfasser erreichen
will und unseres Erachtens erreicht hat.
Grosse.

13.
Das Urheberrecht an Schrift- und Kunstwerken, Abbildungen, Lompo-
sttionen, Photographien, Mustern und Modesten, nach deutschem und
internationalem Rechte systematisch dargestellt von Dr. R. Klostermann,
Geheimem Bergrath und Professor der Rechte. Berlin, 1876. Verlag von
Franz Vahlen. 282 S. Oktav.
Bekanntlich hat der Verfasser im Jahre 1867 ein größeres systema-
tisches Werk über das geistige Eigenthum an Schriften, Kunstwerken und
Erfindungen herausgegeben, dessen zweiter Band sich mit der Patent-

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