Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 53 = H. 105/106 (1839))

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Lüneburgschen Güter Corpin, Colborn und Woltcrstorff-
schm Familie gehören; ferner die Chüdcrsche, Garzsche Bra-
vizsche, Thom Bayerschen Familien vor Alters verliehenen
Ilnterthanen. Die Universität Frankfurt besitzt seit der Se-
kularisation die zu dem vormaligen hiesigen Domstifte gehö-
rigen Unterthanen in mehreren Dörfern und die Civil-Ge-
richtsbarkeit, dagegen die Kriminal-ZuriSdiktion zum Amte
Tangermünde nebst den Baudienstcn Vorbehalten ist. Auch
haben einige Pfarren z. E. Buch, Cräden. Binde, die Ge-
richte über die zur Pfarre gehörigen Unterthanen. Sonst
maßen sich zwar einige Privatpersonen, welche Unterthanen
durch Kauf an sich gebracht haben, auch die Gerichtsbarkeit
an, sie werden aber ihre Legitimation dazu nach dem Hof-
Reskript vom 15. Februar 1776 (Kleins Annal. Bd. 4. 1
Seite 254.) noch auszuweisen haben.
Von den Verhältnissen der Mediat-Unterthanen sind
folgende Zusätze
zum LandrechteThsi 2. Lit. 7. Abschnitt.3. 4.
zu bringen.
Alle diese Unterthanen sind es nur vermöge des Be-
sitzes der der Gutsherrschaft unterworfenen Grundstücke.
Es finden also die von den Persönlichen Verhältnissen sol-
cher Unterthanen, die für ihre Person der Gutshcrrschast unter-
worfen sind, handelnden §. 94—112 nicht statt; jedoch bleiben
ad §. 93. die von angesessenen Unterthanen Abstam-
menden im Unterthänigkeitsverhältnisse gegen die Herrschaft
des Geburtsorts, es wäre denn, daß der Vater aus der
Unterthänigkeit, unter welcher er zur Zeit der Geburt stand,
heransgegangen wäre und sich vor der Emancipation in
eine andere Unterthänigkeit begeben hätte.
Gesinde-Ordnung 1769. Tit. 1. 6. 7.
Zn Ansehung der Einlieger findet die Stelle des Land-
rechts I. v. §. 113. sq. Anwendung. Dergleichen bei den
Banern zur Miethe wohnende Einlieger müssen der Obrig-
keit nach allgemeiner Observanz Schutzgeld entrichten, wel-
ches für Mann und Frau gewöhnlich 1 Rthlr. jährlich be-
trägt.
ad. §. 118. ist das Vorrecht der Obrigkeiten in Anse-
hung der für das gewöhnliche Tagelohn zu leistenden Arbeit
observauzmäßig.

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