Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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angeführten Stelle mir von dem Rcvokatiosrechte
der Descendenten und Agnaten im Allgemeinen und
bemerkt § 3., auf die Autorität von Pruckmann, daß
zwar viele Rcvokatoricn-Klagcn beim Kammcrgcrichte
angestellt, aber in der Regel fruchtlos gewesen, und
nur in zwei Fällen zum Vorthcil des Rcvokanten ent-
schieden wären, und zwar
non tam ex capite naturae feudi, quam aliis
causae circumstantiis.
Hieraus kann also nichts für das Recht der Descen-
dente« gefolgert werden. Endlich wird noch auf den
Entwurf zu einer Landcsordnung, welche vom Kanzler
Distelmeier zu Ende deS fechszrhnten Jahrhunderts
abgefaßt und im MhliuS Th. 11. Ablh. 3. pag. 19.
abgedruckt ist, Bezug genommen, wo cs l^o. 28. heißt:
Dieweil der Werth der Lchngüter in unserm Lande
ein Jahr oder etzliche her hochgcstiegcn, traget sich
viel zu, daß die Sohne die Lehngütcr, welche, bei
Leben, oder nach Absterben ihrer Väter aus Noth
der Schulden halber haben müssen verkauft werden,
ungeachtet- daß solche Käufe mit vorgehendem or-
dentlichen Dekret und Bewilligung llnscrs, als deS
Landesherren geschehen, revozircn wollen. Wiewohl
wir nun berichtet, warum und, in welchen Fällen
die Lehnrcchte solche Revokation znlassen, also ha-
ben wir doch, dieweil in unserem Lande derer von
der Ritterschaft Schulden, wenn das Erbe dazu un-
vermögend, von ihren Lehngütcrn müssen bezahlt
werden, und aus andern mehr bewegenden Ursa-
chen, un§ mit unserer Landschaft einer solchen Kon-
stitution verglichen, wie es mit Alicnation der Be-
schuldigten von Adel Lehngüter soll gehalten, und
daß darüber keine Revokatorien sollen zugelasscn
werden, wie dieselbe hienach folgt jc.
"Nunmehr folgt die Verordnung, nach welcher die
nächsten Agnaten in einem Vcräußcrungsfalle kon-
vocirt werde» sollen, und wenn durch ihre Vermitte-
lung der Verkauf nicht verhindert wird, oder sie das
Gut nicht selbst kaufen, die Revokation des Verkaufs
nicht stattfiiidcn soll.

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