Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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lichen Leibcserben verliehen, zuweilen aber, außer dem
Erwerber, auch seine Söhne namentlich darin anfge-
führt wären. — Zst das Letztere der Fall, so haben
der Water und die Söhne das Lehn gemeinschaftlich
erworben; und wenn in den Lchnbriefen der ersten
Art der Erwerber und seine Erben erwähnt werden,
so ist dies blos die gewöhnliche Form, welche darin
ihren Grund hatte, daß Lehne nie auf die Lebenszeit
der Erwerber gestiftet wurden, sondern fortdauernde
Wirkung haben sollten. Es folgt aus den Lehiibrie-
fen bloß, daß die darin bezcichneten Güter nach Lehn-
recht besessen werden sollten; welche Gerechtsame aber
den Mitgliedern der Familie zustehen, ist nicht durch
den Lchnbrief- sondern durch die Lehnsgesetze und
Gewohnheiten bestimmt.
2) Daß den Descendenten die Revokationsklage wegen
eines ohne ihren Konsens veräußerten Lehns zugcstan-
den habe, wie aus Müller res. 56. iSo. 4. folge.
Cs wird in dieser Stelle, so wie in Seheplitz Lib. I
P. 4. Tit. 8. allerdings vom Revokationsrechte der
Söhne gesprochen, allein, wie sich aus der resob 57.
rrgiebt, unter dem Revokationsrechte werden zwei
Rechte, nämlich:
a) das Workauss- und Näherrccht, d. h. das Recht,
das veräußerte Gut gegen Bezahlung des Kaufgel-
des zu übernehmen, und
b) daS eigentliche Revokationsrecht, d. h. das Recht,
das veräußerte Grundstück ohne Entschädigung des
Käufers zurück zu fordern,
verstanden. Jenes stand nach älterem märkischen
Rechte auch bei den Erbgütern den Familien-Mitglir-
dcrn bis zum vierten Grabe, also auch den Descen-
dente« zu;
Landes-Ordmmg Johann Georgs von 1594 Tit. 2.
§. 48.
Mylius Th. VI. Abth. 3. pl 95.
und hiervon handelt Müller in den resol. 56 — 59;
von dem eigentlichen Revokationsrechte ist in der resol.
60. die Rede, und dieselbe zeigt klar, daß er es den
Descendenten nicht beilegt. Scheplitz spricht in der

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